Lautern - Hoffenheim 1:2 : Kaiserslautern plant bereits für die 2. Liga

Nach der Niederlage gegen die TSG Hoffenheim hat der 1. FC Kaiserslautern bei neun Punkten Rückstand auf Relegationsplatz 16 und noch fünf ausstehenden Spielen nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Der Verein plant bereits für die 2. Liga.

Kaiserslauterns Rodnei (l.), Florian Dick (mi.) und Anthar Yahia (r.) versuchen, den bevorstehenden Abstieg zu verarbeiten.
Kaiserslauterns Rodnei (l.), Florian Dick (mi.) und Anthar Yahia (r.) versuchen, den bevorstehenden Abstieg zu verarbeiten.Foto: dpa

Als die Tränen der Profis und Fans getrocknet waren, nahm Klubboss Stefan Kuntz beim 1. FC Kaiserslautern die Planungen für die Zweite Liga in Angriff. „Wir werden nun genau hinschauen, wer hilft, dass sich der FCK in den verbleibenden fünf Spielen nicht blamiert. Davon ist abhängig, ob der Schnitt im Sommer groß oder sehr groß ausfallen wird“, sagte der Europameister von 1990 nach dem 1:2 (0:1) des viermaligen Meisters gegen 1899 Hoffenheim.

Die Chance, den dritten Abstieg der Vereinsgeschichte noch abzuwenden, bezeichnete Kuntz bei neun Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz „als nur noch theoretisch“. Auch Kuntz selbst wird sich beim seit nunmehr 19 Partien sieglosen Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga für die desaströse Saison rechtfertigen müssen. Der Aufsichtsrat berief für den 9. Mai eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein.

„Ich finde es ganz normal, dass sich die verantwortlichen Personen in so einer Situation dem Sturm stellen und Farbe bekennen“, sagte Dieter Rombach. Der Aufsichtsratschef will die Versammlung zwar nicht als Misstrauensvotum gegen Kuntz verstanden wissen, sagte aber auch: „Jedes Mitglied weiß, was es für Anträge stellen kann.“ Geplant ist, dass Kuntz die Versammlung nutzen soll, um den Mitgliedern die Gründe für den freien Fall des FCK zu erläutern. Mit dem sportlichen Absturz steht auch Kuntz in der Kritik. Beim Spiel hatten Lauterer Fans ein Plakat mit der Aufschrift „Sonnenkönig“ hoch gehalten und damit ihren Unmut über den Führungsstil von Kuntz als Alleinherrscher vom Betzenberg kundgetan.

Kuntz äußerte sich unterdessen auch selbstkritisch. „Wir müssen uns eingestehen, dass unsere Personalentscheidungen nicht erfolgreich waren“, sagte Kuntz in Bezug auf die Spielertransfers in der Winterpause. Zugleich sprach er von einer „guten finanziellen Basis“, um den wahrscheinlichen Abstieg zumindest für ein Jahr auffangen zu können. Chaotische Verhältnisse wie beim letzten Abstieg seien nicht zu befürchten.

Im Falle des Abstieges müssen Klub und Spieler Abstriche in Kauf nehmen. Der Lizenzspieleretat wird wohl von 14 auf etwa 10 Millionen Euro reduziert werden. Dieses Budget hatte vor zwei Jahren zum Aufstieg gereicht. Den direkten Wiederaufstieg wolle Kuntz aber nicht als Ziel ausgeben: „Ein Ziel kann ich erst formulieren, wenn der Kader steht.“ Während Torhüter Kevin Trapp den Verein neben zahlreichen weiteren Profis wohl verlassen wird, kann der FCK auf einen Verbleib von Tobias Sippel hoffen, der sich zuletzt wieder den Stammplatz zwischen den Pfosten erkämpft hatte. „Ich denke, dass der Verein für die Zukunft gut aufgestellt ist. Ich habe hier einen
Vertrag und noch mit keinem anderen Klub gesprochen“, sagte Sippel.

Vor 40.296 Zuschauern hatte die Leistung der Lauterer gegen Hoffenheim einmal mehr nicht den Ansprüchen der Bundesliga genügt. Der ehemalige herthaner Sejad Salihovic (26.) mit einem verwandelten Foulelfmeter und Boris Vukcevic (71.) nach einem Konter trafen für die Gäste, die noch auf die Qualifikation für die Europa League hoffen können. Alexander Bugera gelang vier Minuten vor Schluss nur noch der Anschlusstreffer für die offensivschwächste Mannschaft der Liga.

„Das Positive ist, dass wir immerhin ein Tor geschossen haben. Jetzt schauen wir, was am Mittwoch bei Bayer Leverkusen möglich ist“, sagte Trainer Krassimir Balakow, für den es die dritte Niederlage im dritten Spiel war. „Zumindest die Grundtugend, der Einsatz, war zu sehen. Jeder sollte den Stolz haben, dass wir uns mit Anstand verabschieden“, erklärte Florian Dick. Die Hoffnung auf einen Erfolg in Leverkusen begründete der Rechtsverteidiger mit einer ebenso grotesken wie ironischen Rechnung: „Unsere Serie ist noch länger geworden - damit wird die Wahrscheinlichkeit höher, dass wir wieder gewinnen.“ (dapd)

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