Sport : Lautstarker Abschied

Hordorff steht vor dem Rückzug seiner DTB-Kandidatur – und erhebt neue Vorwürfe gegen Waldenfels

Benedikt Voigt

Berlin - Das Alternativprogramm für das Wochenende steht bereits fest. „Ich würde zum Challenger-Turnier in Eckental fahren, wie in den letzten Jahren auch“, sagt Dirk Hordorff. Zwar findet zur gleichen Zeit am Samstag in Bremen die Mitgliederversammlung des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) statt, bei der er eigentlich zum Präsidenten gewählt werden wollte. Aber es könnte passieren, dass der Tennis-Manager dort gar nicht anwesend sein wird. Dirk Hordorff sagt: „Warum soll ich zu einer Party gehen, zu der ich nicht eingeladen bin?“

Am heutigen Donnerstag könnte Dirk Hordorff seine Kampfkandidatur um die DTB-Präsidentschaft gegen den Amtsinhaber Georg von Waldenfels zurückziehen. „Ich habe immer gesagt, dass ich nur antrete, wenn ich eine realistische Chance sehe“, sagt Hordorff. Er hat in den vergangenen Tagen ein Stimmungsbild unter den 18 Landesverbänden gesammelt, die am Samstag den Präsidenten wählen werden. „Ich bleibe so lange Kandidat, bis sich die Landesverbände gegen mich festgelegt haben“, sagt er. Am Dienstag gab er allerdings zu, noch keine Mehrheit für sich zu zählen. „Aber es haben sich noch nicht alle Verbände erklärt.“ Georg von Waldenfels glaubt, dass sich daran nichts mehr ändern werde. „Die Landesverbände stehen nach wie vor hinter mir“, sagt der Amtsinhaber. Allerdings muss er sich nun neuer Vorwürfe erwehren.

So kontert Hordorff den Vorwurf, er hätte als Manager von Rainer Schüttler und DTB-Präsident einen Interessenskonflikt, indem er seinerseits Interessenskonflikte beim Gegner anprangert. Zum Beispiel beim Verkauf der Berliner und Hamburger Tennisturniere. „Warum hat seine Anwaltskanzlei bei den Verträgen mit den Kataris beide Seiten vertreten?“, moniert Hordorff. Rechtsanwalt Georg von Waldenfels, der freiberuflich für die Kanzlei Clifford Chance arbeitet, bestreitet dies nicht. Er sagt jedoch, die Kanzlei habe die Interessen des Deutschen Tennis-Bundes sehr gut vertreten. „Und die Kataris wollten ebenfalls mit dieser international renommierten Kanzlei zusammenarbeiten, die auch in den Emiraten vertreten ist. Ich habe in den Verhandlungen die Interessen des DTB vertreten und zwar unentgeltlich, wie immer.“

Hordorff sieht einen weiteren Interessenskonflikt. „Warum lässt er seine Sekretärin zur Hälfte vom Tennis-Bund bezahlen?“ Von Waldenfels antwortet: „Da sagt er bewusst die Unwahrheit, meine Sekretärin wird zu einem Drittel vom Verband bezahlt anstelle einer Vollzeitkraft, die mir in Hamburg beim DTB zustünde“. Er spare dem Verband dadurch zwei Drittel dieser Kosten. „Dies ist mit den Landesverbänden abgesprochen“, sagt von Waldenfels.

Er wirft Hordorff wiederum „Realitätsferne“ und „Querulantentum“ vor. Trotzdem wolle er als DTB-Präsident in einem neu zu gründenden „Team Deutschland“ mit ihm zusammenarbeiten. Das verwundert Hordorff. „Erst soll ich nicht teamfähig sein und dann soll ich in einem Team Deutschland mitarbeiten?“ Die Idee, wichtige Persönlichkeiten im Tennis mithelfen zu lassen, begrüßte der Manager allerdings. Er sagt: „Dadurch hat sich meine Kandidatur schon gelohnt.“

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