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Lehmann verklagt Wiese : Eine Couch für Mad Jens

04.04.2011 19:37 Uhrvon
Jens Lehmann (r.) gegen Tim Wiese. Das Torwart-Duell findet jetzt im Gerichtssaal eine Fortsetzung.Bilder
Jens Lehmann (r.) gegen Tim Wiese. Das Torwart-Duell findet jetzt im Gerichtssaal eine Fortsetzung. - Foto: dapd

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann sieht sich schwer in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt und verklagt seinen Kollegen Tim Wiese nun auf 20.000 Euro Schmerzensgeld.

Eigentlich verdient Tim Wiese eine Belohnung. Zum einen, weil der Bremer Torwart die allzu selten gewürdigte Muppet-Show („Schweine im Weltall“) endlich wieder einmal ins Rampenlicht gerückt hat. Zum anderen, weil er ausgesprochen hat, was wohl viele Fußballfans über Jens Lehmann denken. „Der Lehmann soll in die Muppet-Show gehen“, hatte Wiese im September gesagt. „Der Mann gehört auf die Couch. Vielleicht wird ihm da geholfen. Einweisen – am besten in die Geschlossene!“ Lehmann sieht sich schwer in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt und verklagte Wiese nun auf 20.000 Euro Schmerzensgeld.

Lehmann hatte als TV-Experte Wieses Leistung gegen Tottenham kritisiert.

„Wenn er einen Schritt rausgeht, kann er den Ball abfangen“, lautete damals das Urteil des ehemaligen Nationaltorwarts. „Er hätte sich nicht an den Pfosten klammern, sondern mutiger spielen sollen.“ Diese Aussage beflügelte Wiese zu seinem Klapsmühlen-Vorschlag, Lehmann rief seinen Anwalt an. Wofür er das Geld braucht, ist nicht ganz klar. Vielleicht plant der 41-Jährige eine Stiftung, die all diejenigen entschädigen soll, denen „Mad Jens“ in seiner Karriere übel mitgespielt hat. Zum Beispiel dem Mainzer Fan, dem Lehmann einst die Brille wegnahm. Oder Hoffenheims Sejad Salihovic, dessen Schuh er aufs Tornetz schleuderte. Oder Khalid Boulahrouz, dem der Torhüter im Zorn das wärmende Stirnband stibitzte.

Falls Lehmann in dem am Donnerstag beginnenden Verfahren Erfolg hat, muss man sich auf eine regelrechte Klagewelle einstellen. Schließlich wird im deutschen Fußball tagein tagaus viel erzählt, was eigentlich Schmerzensgeldforderungen nach sich ziehen müsste; allein Mario Baslers „Bild“-Kolumne dürfte auf einen Klagewert in Millionenhöhe kommen. Vielleicht findet sich auch ein Privatsender, der aus der Prozessflut ein schmissiges Gerichtsshow-Format macht. Arbeitstitel (bitte nicht verklagen!): „Schweine im Strafraum“.

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