Lehmann vs. Boulahrouz : Kalt erwischt

Stirnband im Schnee: Markus Hesselmann interpretiert Jens Lehmanns Attacke auf Teamkamerad Khalid Boulahrouz.

Markus Hesselmann

Horst Heldt sah es so: „Khalid hat ihn wohl nicht gehört wegen des Stirnbands. Da hat Jens es ihm abgenommen.“ Das sagte der Sportdirektor des VfB Stuttgart über jene merkwürdige Szene im Uefa-Cup-Spiel in St. Petersburg. Torwart Jens Lehmann hatte Teamkamerad und Verteidiger Khalid Boulahrouz voller Wut das tief über die Ohren gezogene Accessoire heruntergerissen.

Klingt schlüssig, was Heldt da sagt. Eine andere Interpretation erscheint aber naheliegender. Und die hat mit Jens Lehmanns Vergangenheit zu tun. Der frühere Nationaltorwart spielte lange in England. Das färbt ab. Zwar bricht auf der Insel bei der ersten Schneeflocke die gesamte Infrastruktur zusammen. Doch auf dem Fußballplatz gelten schon lange Ärmel als unmännlich, selbst bei Minusgraden. Wer obendrein mit Handschuhen oder so einem Ohrenschützer aufläuft, hat schon verloren. Kein Wunder, dass Boulahrouz beim FC Chelsea den Durchbruch nicht geschafft hat.

Mario Gomez, Inbegriff des sensiblen Jungstars, trug im kalten St. Petersburg übrigens den gleichen Schläfenwärmer. Glück für ihn, dass er auf der anderen Seite des Platzes spielte. Weit weg von Jens Lehmann.

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