Sport : Leichtathleten fahren gestärkt nach London

Konstantin Jochens
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Helsinki - Sebastian Bayer verspätete sich. Während die anderen deutschen Leichtathleten bereits auf der großen Abschlussparty der Europameisterschaften weilten, hatte der Weitspringer noch einen wichtigen Termin. Es war eine Verpflichtung der angenehmeren Sorte: Auf der „Medal Plaza“ vor dem Stadion bekam der 26-Jährige seine Goldmedaille überreicht. Mit 8,34 Metern hatte Bayer bei der Leichtathletik-EM in Helsinki den Titel gewonnen. Bayer trat damit die Nachfolge von Christian Reif an, der vor zwei Jahren in Barcelona EM-Gold gewonnen hatte. Reif hatte leicht angeschlagen auf einen Start in Helsinki verzichtet, um seine Olympiateilnahme nicht zu gefährden.

Am Schlusstag der EM gewann die deutsche Mannschaft außer Bayers Gold noch sieben weitere Medaillen. Neben den beiden Stabhochspringern Björn Otto mit Silber und Raphael Holzdeppe mit Bronze gab es Silber durch Diskuswerferin Nadine Müller (65,41 Meter) sowie gleich dreimal Edelmetall mit der Staffel. Insgesamt schraubte das deutsche Team seine Ausbeute in Helsinki auf 16 Medaillen – sechsmal Gold, sechsmal Silber und viermal Bronze. Nur die Ukraine war mit 17 Mal Edelmetall erfolgreicher. „Ich glaube, dass wir in London wesentlich besser abschneiden werden, als bei den letzten beiden Olympischen Spielen zusammen“, sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes.

Auch Sebastian Bayer darf sich für London einiges vornehmen, auch wenn der Wettkampf in Helsinki zum Nervenspiel wurde. Sechsmal war der Weitspringer im Verlauf des Wettkampfs über die Acht-Meter-Marke geflogen. Doch nur die letzten vier Versuche zählten. In den ersten beiden Durchgängen war der gebürtige Aachener zwar jeweils weit hinausgesegelt, hatte jedoch beide Male um eine Winzigkeit übertreten. Plötzlich wurde die scheinbar sichere Medaille zur Zitterpartie. „Im dritten Versuch ging mir so ein bisschen die Flatter“, sagte Bayer. Es sei, so Bayer, „für den Kopf der anstrengendste Wettkampf gewesen, den ich je mitgemacht habe“. Konstantin Jochens

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