Leichtathletik-Auftakt : Kugelstoßen: Ein Pole düpiert die Amerikaner

Tomasz Majewski hat beim Kugelstoßen das amerikanische Favoriten-Duo übertrumpft und Gold gewonnen. Der Pole durfte sich am Freitag als erster Leichtathletik-Olympiasieger in Peking feiern lassen.

Topfavorit Adam Nelson aus den USA scheiterte mit drei ungültigen Versuchen, Weltmeister Reese Hoffa ging ebenfalls leer aus. Um ganze zwei Zentimeter hatte Peter Sack den Endkampf der oft von Doping-Schlagzeilen gebeutelten Kraftprotze verpasst und ließ seinem Frust anschließend freien Lauf: „Es wäre jetzt halt traurig, wenn sie einen vor mir erwischen. Ich hoffe es inständig, aber persönlich würde es mir nichts mehr bringen“, sagte der Leipziger.

Der 2,04 Meter große und 135 Kilo schwere Majewski sorgte mit der Siegesweite von 21,51 für das erste polnische Kugelstoß-Gold seit Wladyslaw Komar bei den Spielen 1972 in München. Silber ging an den Amerikaner Christian Cantwell (21,09), Bronze an den Weißrussen Andrej Michnewitsch (21,05). Der amerikanische Weltjahresbeste Nelson, der 2000 in Sydney und 2004 in Athen Zweiter geworden war, konnte sein Pech und Unvermögen derweil nicht fassen.

Auch Sack haderte mit dem Schicksal. „Ich bin ein bisschen stinkig. Ich habe scheiße gestoßen“, fluchte er nach seinem frühzeitigen Aus. Der 113-Kilo-Mann wirkte wie ein Häufchen Elend. Mit den Kraftakten im deutschen Männer-Kugelstoßen ist es erstmal vorbei: Ralf Bartels, vor zwei Jahren in Göteborg noch Europameister, hatte sich einen Tag vor dem Wettkampf mit einer Wadenverletzung abgemeldet. Und Sack setzte seine Negativ-Serie bei internationalen Wettkämpfen fort: In Athen 2004, bei der Hallen-WM 2006 und der Hallen-EM 2005 scheiterte er ebenfalls im Vorkampf, bei der WM 2007 musste er verletzt aufgeben.

„Ich dachte, ich habe ein bisschen mehr Erfahrung, aber das war mein schlechtestes Ergebnis in diesem Jahr“, sagte der 29-Jährige. Mit 20,02 Metern blieb er deutlich hinter seiner Bestleistung von 21,19 zurück. Nur zwei Zentimeter hätte er weiter stoßen müssen, um den Russen Iwan Juschkow, der auch den besseren zweiten Versuch hatte, als Zwölften zu überbieten und in den Endkampf einzuziehen.
„Ich habe auch einfach kein Glück“, haderte Sack mit seinem Pech. „Das kotzt mich an. Ein bisschen Glück wäre auch mal schön. Es ist schwer, eine Erklärung zu finden, wenn's nicht klappt. Ich hab's versucht.“ Konkretisieren wollte er seine Dopingverdächtigungen nicht: „Ich nenne keine Namen, aber ich hab' so meine Vermutungen. Ich freue mich jedenfalls über jeden, der auffliegt.“ (dpa)

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