Sport : Leichtathletik: Bailey verkündet seinen Rücktritt

Vor dem Auftakt seiner Europa-Tournee heute beim Meeting in Ingolstadt hat Kanadas Sprint-Star Donovan Bailey den Rücktritt zum Ende der Leichtathletik-Saison 2001 angekündigt. "Es ist mein letztes Jahr als Sprinter - mit oder ohne WM. Wenn es gut läuft, starte ich auch noch in Edmonton", meinte der 33-Jährige im Hinblick auf den Höhepunkt des Sportjahres im August in seiner kanadischen Heimat.

Nach sieben Jahren schließt sich dann ein Kreis. Fast wie ein Blitz aus heiterem Himmel war Donovan Bailey 1995 in die Sprinter-Phalanx eingebrochen, in Göteborg sensationell 100-m-Weltmeister geworden. Ein Jahr später gewann er dann in Weltrekordzeit von 9,84 Sekunden in Atlanta Olympia-Gold. Bailey folgte damit zwei ebenfalls auf Jamaika geborenen Sprintgrößen: Ben Johnson, der 1988 allerdings wegen Dopings das Gold in Seoul verloren hatte, und Linford Christie, der vier Jahre später in Barcelona für Großbritannien triumphierte.

Baileys Probleme mit der Achillessehne und der große Aufstieg von Maurice Greene führten 1997 zur Wachablösung: Der sieben Jahre jüngere Amerikaner verwies den Kanadier bei der WM 1997 in Athen auf den Silberrang, nahm ihm knapp zwei Jahre später an selber Stelle in 9,79 Sekunden auch den Weltrekord. Bailey war zu diesem Zeitpunkt nach einem beim Basketballspielen mit Freunden erlittenen Achillessehnenriss und Operation außer Gefecht - und kam nie mehr richtig auf die Beine. Auch derzeit plagen ihn Schmerzen an der rechten Ferse.

"Dieser Sport hat mir einige große Momente und eine Menge Lebenserfahrung gegeben", sagte der inzwischen 33-jährige Bailey, der vergangenes Jahr aus Kanadas A-Kader ausgemustert worden war. Bei Olympia in Sydney war er früh ausgeschieden, auf die Staffel verzichtete er. Nun will er sein Abschiedsrennen entweder bei den nationalen Meisterschaften (22. bis 24. Juni) oder bei den Welttitelkämpfen in Edmonton bestreiten.

Bailey, 1996 auch Olympiasieger mit Kanadas 4 x 100-m-Staffel, durch seine Gagen und Werbeverträge zum Dollar-Millionär geworden, meinte vor Jahren hinsichtlich seiner Zukunftspläne: "Als Anlageberater werde ich mich dann ganz auf die Finanzmärkte konzentrieren, just for fun Basketball spielen und mich um meine Familie kümmern."

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