Sport : Leichtathletik: Das Schnäppchen über 400 Meter

epo.

Fernsehen oder nicht Fernsehen - das ficht Wieland Klingler nicht an. Das von ihm aus der Taufe gehobene Stadionsportfest in Königs Wusterhausen wird am 29. August zum achten Mal in dem 18 000 Einwohner zählenden Ort veranstaltet. "Wir haben 55 Sponsoren, die 210 000 Mark aufbringen und keinen besonderen Wert auf Fernsehdarstellung legen", sagt der Meetingchef. Das Motiv der Geldgeber sei vor allem die Teilnahme "am gesellschaftlichen Höhepunkt für die Stadt". Der lokale Sender KW TV werde darüber berichten und möglicherweise dem ORB das Band zur Verfügung stellen. Ohne dass Klingler zahlt oder von dieser Seite bezahlt wird. Vorgesehen sind 16 Wettbewerbe, von denen sich acht Sieger für das Istaf qualifizieren.

Die Zuschauer kommen übrigens gerne, weil die Leichtathletik wie ein größeres Familienfest und weniger als teure Supershow präsentiert wird. Das wissen auch die Athleten. Und so passierte es denn, dass der einstige 400-m-Weltrekordler Butch Reynolds (USA) nach seiner Dopingsperre für "freie Unterkunft, 250 Mark Startgeld und 600 Mark Preisgeld für den zweiten Platz antrat - weil er "dabei sein wollte". Bei Heike Drechsler wird Klingler nicht so billig davon kommen. Er hofft die als "Jahrhundert-Athletin" geehrte Weitspringerin verpflichten zu können, weil der Weitsprung beim Istaf zwei Tage später nicht ausgeschrieben ist: "Aber nur, wenn sie nicht mehr als 10 000 Mark kostet." KW ist nicht Zürich oder Paris.

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