Leichtathletik-EM : Starker vierter Platz für Melanie Seeger

Elf Sekunden fehlten Melanie Seeger zur Bronzemedaille bei der Leichtathletik-EM in Barcelona. Dennoch war die 33-jährige vom SC Potsdam nach ihrem vierten Platz über 20 Kilometer Gehen überglücklich.

Melanie Seeger (m) erreichte einen starken vierten Platz.
Melanie Seeger (m) erreichte einen starken vierten Platz.Foto: dpa

"Das hätte ich mir niemals träumen lassen: 21 Jahre Hochleistungssport - und jetzt hab' ich endlich das Rennen meines Lebens", jubelte Seeger. Weiter auf Medaillenjagd können die drei Stabhochspringerinnen um Silke Spiegelburg sowie Hammerwerferin Betty Heidler gehen. Das Quartett erreichte die Finals am Freitag.

Noch nie war eine deutsche Geherin bei einem internationalen Großereignis so weit vorn wie die Brandenburgerin, die 2006 EM-Zehnte geworden war. Bei Kilometer acht war Seeger sogar Dritte, später Fünfte. Am Ende ging sie im Feld der 22 Geherinnen in 1:29:43 Stunden nur knapp an Bronze vorbei. "Ich ärgere mich überhaupt nicht. Vierte hinter drei übermächtigen Russinnen zu werden, das ist für mich fast wie eine Medaille", sagte die Olympia-Fünfte von 2008. Gold, Silber, Bronze ging an das russische Trio Olga Kaniskina (1:27:44 Stunden), Anisja Kirdjapkina (1:28:55) und Vera Sokolowa (1:29:32).

Eine kam durch, lautete das Motto im Hammerwurf. Betty Heidler erreichte das Finale locker, die WM-Vierte Kathrin Klaas (beide Frankfurt/Main) ist dagegen überraschend schon in der Qualifikation ausgeschieden. Vize-Weltmeisterin Heidler warf gleich im ersten Versuch 71,85 Meter und übertraf die geforderte Weite (69,00) damit mühelos. "Ich bin sehr gut drauf. Wenn ich das umsetzen kann, dann steh' ich irgendwo auf dem Treppchen", meinte sie. Clubkollegin Klaas blieb mit 65,82 Metern fast neun Meter hinter ihrer Bestleistung und wurde Zwölfte des Vorkampfs. "Die Enttäuschung ist groß", sagte sie.

Spiegelburg mit einem Sprung ins Finale

Geschlossen zogen die Stabhochspringerinnen in die Medaillenrunde ein. Die WM-Vierte Silke Spiegelburg (Leverkusen) schwang sich gleich im ersten Versuch über die Qualifikationshöhe von 4,40 Meter. "Mit einem Sprung gleich ins Finale: Das ist glaube ich Rekord für mich", sagte Spiegelburg. Der Olympia-Sechsten Carolin Hingst (Mainz) gelang das geforderte Höhenmaß im zweiten Anlauf. Etwas schwerer tat sich Lisa Rysih (Ludwigshafen), die die 4,40 nicht meisterte, aber mit 4,35 Meter noch weiter kam.

Flott unterwegs waren die Sprinterinnen Verena Sailer und Anne Möllinger (beide Mannheim), die das Halbfinale über 100 Meter erreichten. Die Wattenscheiderin Yasmin Kwadwo schied nach den Vorläufen aus. Die deutsche Serien-Meisterin Sailer lief mit 11,27 Sekunden die beste Zeit der ersten Runde. "Mal gucken, was noch geht. Mit Rückenwind ist sicher noch eine schnellere Zeit drin", sagte die 24-Jährige.

Möllinger und Kwadwo wurden in ihren Vorläufen jeweils Vierte. Doch während Möllinger mit 11,51 Sekunden über die Zeitwertung ins Halbfinale kam, war der Wettbewerb für Kwadwo nach 11,68 Sekunden beendet. "Ich ärgere mich ein bisschen. Denn ich hatte im einzigen Lauf Gegenwind", sagte die 19-Jährige. (dpa)

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