Leichtathletik : Friedrich flopt über 2,05 Meter - neuer Issinbajewa-Rekord

Mit 2,05 Metern hat Hochspringerin Ariane Friedrich in Karlsruhe eine neue Weltjahresbestleistung aufgestellt. Ebenfalls in Bestform ist Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa, die mit 5,00 Meter unterm Hallen-Dach von Donezk einen neuen Weltrekord schaffte.

Hooker
Der Australier Steve Hooker in Paris. -Foto: AFP

Mit der Weltjahresbestleistung von 2,05 Meter und dem Sieg über Weltmeisterin Blanka Vlasic hat Hochspringerin Ariane Friedrich für den umjubelten Höhepunkt des internationalen Hallen-Leichtathletik-Meetings in Karlsruhe gesorgt. Im ersten Duell zwischen den beiden Konkurrentinnen in diesem Winter scheiterte die Olympia-Siebte am Abend erst an der Einstellung des deutschen Rekords von 2,07 Meter. Diese Bestmarke hatte Heike Henkel 1992 ebenfalls in der Europahalle aufgestellt. Die Olympiasiegerin von Barcelona war unter den 3500 Zuschauern und feuerte Friedrich mit an. Die Kroatin Vlasic meisterte die 2,05 zwar auch, musste sich aber mit dem zweiten Platz begnügen.

Mit einem Weltrekord-Paukenschlag startete die russische Stabhochsprung-Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa ins WM-Jahr. Als erste Frau der Welt überquerte die 26-Jährige am Sonntagabend beim Leichtathletik-Meeting im ukrainischen Donezk 5,00 Meter auch unterm Hallen-Dach. Bei 4,97 Metern jubelten die Fans zunächst über den 25. Weltrekord, die fünf Meter waren dann die Bestmarke Nr. 26 für die Überfliegerin. Vor knapp einem Jahr hatte Issinbajewa ebenfalls in Donezk mit 4,95 Meter die bisherige Top-Höhe gemeistert. Am 22. Juli 2005 knackte sie als erste Stabhochspringerin überhaupt die magische Fünf-Meter-Marke im Freien. Bei den  Peking-Spielen stellte sie mit 5,05 Meter den bis dato gültigen Freiluft-Weltrekord auf.

Auch Stabhochsprung-Olympiasieger Steve Hooker setzte seine Höhenjagd unter Europas Hallendächern fort. Der Australier überquerte beim Hallen-Meeting der Leichtathleten in Paris-Bercy zum dritten Mal in diesem Jahr die Sechs-Meter-Marke, scheiterte aber erneut am Weltrekord. "Mein letzter Versuch war gut. Ich hoffe, in den nächsten Tagen bin ich frischer", sagte Hooker nach den gerissenen 6,16 Meter. Zuvor hatte er in New York 6,01 und in Boston 6,06 Meter gemeistert, in Paris siegte er mit glatten 6,00 Metern. Einen starken Saisonstart feierte am Samstag der schnellste Mann der Welt: Usain Bolt lief über die 400 Meter im heimischen Kingston gute 46,35 Sekunden.

Bolt: "Bin noch nicht in bester Form"

"Ich bin noch nicht in bester Form, doch ich bin froh so gut durchgekommen zu sein", sagte der dreifache Sprint-Olympiasieger aus Jamaika nach seinem Freiluft-Einstand, der von zehn Fernsehteams aus aller Welt verfolgt wurde. "Die letzte Saison hatte ich mit 46,9 Sekunden begonnen, deshalb ist es eine gute Zeit." Auf die Hallen-Saison hatte Bolt, der bei den Peking-Spielen die Weltrekorde über 100 Meter (9,69 Sekunden) und 200 Meter (19,30 Sekunden) verbessert hatte, verzichtet.

Von Hookers-Höhen können die zur Weltklasse zählenden deutschen Stabhochspringer in diesem Winter nur träumen. Bei dem parallel zu Paris stattfindenden Hallen-Meeting am Freitagabend in Düsseldorf konnte nur der 23-jährige Tobias Scherbath überzeugen. Nach seinen in Stuttgart erreichten 5,76 Meter ließ er am Rhein die namhafte Konkurrenz mit 5,70 Meter hinter sich und liegt auf Kurs für die Hallen-Europameisterschaften Anfang März in Turin. Eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen in Leipzig fehlt den Stars noch die Form: Der WM-Dritte Danny Ecker (5,50 Meter), der Olympia-Achte Raphael Holzdeppe und Routinier Tim Lobinger (je 5,40) mussten kleine Brötchen backen. "Mein Ziel ist eine Medaille in Leipzig und das EM-Ticket", sagte Scherbath.

Eine Leistungsgrenze der Leichtathletik hat auch der französische Newcomer Teddy Tamgho im Visier. Der erst 19-jährige U-20-Weltmeister im Dreisprung landete in Paris bei 17,58 Meter und verfehlte den nationalen Rekord nur um einen Zentimeter. "Bei einem Fehlversuch bin ich sicher noch 15 bis 20 Zentimeter weiter gesprungen, dass waren über 17,80 Meter", meinte Tamgho, der selbstbewusst hinzufügte: "Ich denke, ich habe Weltrekord-Potenzial." (jvo/dpa)

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