Sport : Leichtathletik: Große Höhen - kleine Felder

R. H.

Es hatte mit den umstrittenen Vorgabenz des Leichtathletik-Weltdachverbands IAAF zu tun, dass beim Arnstädter "Hochsprung mit Musik" am Sonnabendabend die Latte bei den Frauen unbedingt auch bei 1,96 m und bei den Männer bei 2,31 m aufgelegt werden musste. Denn dort oben liegen die Normen für die Hallen-Weltmeisterschaften vom 9. bis 11. März in Lissabon. Sie sind dermaßen anspruchsvoll, dass nur die Sieger sie sogar noch übertrafen, Wiktoria Palamar aus der Ukraine (1,96 m) und ihr Landsmann Andrej Sokolowski (2,35 m). Charles Austin (USA), Olympiasieger von Atlanta 1996, traf sie wenigstens genau. Der große Rest haderte. Darunter befanden sich nicht nur die beiden anderen anwesenden Olympiasieger, der Russe Sergej Kljugin (2,28 m) und der Kubaner Javier Sotomayor (2,24 m). Auch Martin Buß war ein wenig enttäuscht. Der WM-Dritte von 1999 aus Berlin, der vor einer Woche in Siegen 2,30 m überquerte, kam auf 2,28 m. Bis zum Wochenende hatten acht die 2,31-m-Norm geschafft. Buß ist Neunter. Bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund eröffnet sich dem Berliner am Wochenende eine weitere Chance.

In den Teilnahme-Bedingungen für die Hallen-WM steht allerdings ein Satz, der einiges offen lässt: "Wenn die Technischen Delegierten der IAAF jedoch meinen, dass die Zahl der Gemeldeten unzureichend ist (...), können auch Athleten in Betracht gezogen werden, welche die in Klammern aufgeführten Resultate erzielt haben." Das sind 1,94 m und 2,30 m. Jedenfalls sind die kleinen Teilnehmerfelder damit sicher gestellt. Die Rechnung der IAAF-Offiziellen geht auf. Die bisher üblichen Qualifikationen fallen jedenfalls aus. Sie wären eh nicht auf den Bildschirmen zu sehen gewesen.

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