Leichtathletik : Herbert wer?

Sie haben keinen großen Namen, eine überschaubare Liste an Erfolgen und schon gar keine Vergangenheit als ruhmreiche Athleten. Friedhard Teuffel über die neuen Cheftrainer der Leichtathleten

Friedhard Teuffel

Im nächsten August findet für die deutschen Leichtathleten das Ereignis des Jahrzehnts statt, die Weltmeisterschaften in Berlin. Und wer führt die Mannschaft an dieses Ziel? Rüdiger Harksen und Herbert Czingon. Richtig, Rüdiger wer? Und Herbert wer?

Die neuen Cheftrainer haben keinen großen Namen, eine überschaubare Liste an Erfolgen und schon gar keine Vergangenheit als ruhmreiche Athleten. Und gerade sie sollen nun die deutsche Leichtathletik retten?

Vielleicht sollen sie das auch gar nicht. Weil sie es nicht können. Die eigentliche Arbeit erledigen weiterhin die Heimtrainer an der Basis, und für die Leitlinien ist der Sportdirektor zuständig. Bliebe ihnen die Aufgabe, den Athleten und der Öffentlichkeit in den nächsten Monaten bis zur WM zu erklären, warum die deutsche Leichtathletik in Berlin mehr Medaillen gewinnen wird als in Peking.

Die Berufung von Harksen und Czingon ist auf den ersten Blick ein neuer und wenig aussichtsreicher Versuch, die komplizierteste aller Sportarten mit ihren 47 Disziplinen in den Griff zu bekommen. Ihre Chance ist nun, dass sie die Erwartungen nur übertreffen können. Indem sie von jetzt an für die ganze Leichtathletik denken und ihre Arbeit um zwei weitere Disziplinen ergänzen: Motivation und Mannschaftsentwicklung. Das würde es den Athleten leichter machen, in Berlin ihre persönlichen Bestleistungen zu übertreffen. Für Änderungen am System haben die beiden Cheftrainer ohnehin keine Zeit mehr.

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