Leichtathletik im Olympiastadion : Kampf um die blaue Suite

Kommen schwere Zeiten? Friedhard Teuffel erklärt, was die Leichtathletik nach der WM im August braucht.

Friedhard Teuffel
ISTAF Foto: ddp
Ins Blaue. Leichtathletik im Olympiastadion.Foto: ddp

Und was kommt jetzt? Das könnte am Abend des 23. August die Frage unter deutschen Leichtathleten sein, wenn ihre Weltmeisterschaften im Berliner Olympiastadion zu Ende sind. Ob es das vorerst letzte große Fest ihrer Sportart in Deutschland war und ob jetzt schwere Zeiten für sie anbrechen.

Die Frage, was kommt, haben sich die Verantwortlichen des Deutschen Leichtathletik-Verbands klugerweise schon jetzt gestellt. Sie wollen im nächsten Jahr ein neues Meeting im Olympiastadion veranstalten, eines der höchsten internationalen Kategorie.

Dieser Vorstoß ist mehr, als die Lücke zu füllen, die das Istaf durch seinen wahrscheinlichen Umzug in den Jahn-Sportpark 2010 hinterlässt. Es ist ein Zeichen des Verbandes, dass es auch nach der WM für die Leichtathletik in Deutschland eine große Bühne gibt. Das Berliner Olympiastadion ist die Suite der deutschen Leichtathletik, seine blaue Laufbahn einer der prominentesten Hinweise, dass Stadien nicht nur zum Fußballspielen da sind. Wenn der Verband jetzt nicht Ansprüche angemeldet hätte, wäre nach der WM wohl die Debatte losgegangen, ob die Laufbahn noch notwendig oder doch nur den Fußballfans im Wege ist.

Ein großes Meeting im berühmtesten deutschen Stadion ist auch ein wirtschaftliches Risiko wert. Es kann aber nur eine Maßnahme sein, um den freien Fall der Leichtathletik aufzuhalten. Die Leichtathletik von unten aufzubauen, im Schulsport und in den Vereinen, wird die schwierigere Aufgabe sein.

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