Leichtathletik : Kugelstoßerin Kleinert will boxen

Im Anschluss an Olympia 2008 in Peking plant Kugelstoßerin Nadine Kleinert eine Karriere als Boxerin. "Boxen reizt mich", sagte die 1,91 m große Athletin: "Nach Olympia will ich eine zweite Laufbahn starten."

Kleinert
Versucht sich als Boxerin: Nadine Kleinert. -Foto: ddp

Nadine Kleinert plant nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking eine Box-Karriere. Dies bestätigte die 32 Jahre alte Kugelstoß-Olympiazweite von 2004 bei einem ersten öffentlichen Box-Training in ihrer Heimatstadt Magdeburg.

Im Trainingslager in Kienbaum hatte sie erste Kontakte zu den Faustkämpfern geknüpft, die sich dort ebenfalls oft auf ihre Wettkämpfe vorbereiten. "Ich bin dort immer mit den Boxern von Ulli Wegner zusammen, habe Arthur Abraham oder Marco Huck oft beim Training zugeschaut. Boxen reizt mich", gesteht die 1,91 m große Athletin: "Nach Olympia will ich eine zweite Laufbahn als Boxerin starten."

Großes Interesse bei öffentlichem Training

Sie meint es offenbar ernst. Am Dienstag trat Kleinert im Gym des Magdeburger Promoters Ulf Steinforth vom SES-Boxstall zum ersten öffentlichen Training an. Gleich zwei Trainer kümmerten sich dabei um sie: Klaus Schneider, der Kugelstoßexperte und Boxkönner Dirk Dzemski. "Schaden kann das Boxtraining nicht", meinte Schneider: "Es gibt da zahlreiche Übungen, die wir ebenfalls im Programm haben."

Das spektakuläre "Crosstraining" jedenfalls lockte schon zahlreiche Schaulustige an den Boxring, eine Aufmerksamkeit, die Kleinert bei ihren sonstigen Übungen nicht kennt: "So viel Öffentlichkeit hatten wir noch nie. Aber die ist heute notwendig, wenn man Sponsoren begeistern will."

Mit 19,77 m stieß die 32-Jährige die Kugel bei der WM in Osaka 2007 zu Bronze und erhofft sich bis Peking weitere Leistungssteigerungen. "Vielleicht sind wir eine Art Forschungsgruppe. Es wäre der Hammer, wenn Nadine durch das zweigleisige Training zu größeren Weiten in der Lage wäre", hofft Steinforth mit Blick Richtung Peking.

Erste Kämpfe schon 2008?

So lange bleibt die Leichtathletik auf jeden Fall ihre Hauptbeschäftigung, aber dann: "Sie ist fit und athletisch gut drauf. Wenn sie nach Olympia in das direkte Boxtraining einsteigt, traue ich ihr noch 2008 ein oder zwei Kämpfe zu", meint Boxtrainer Dzemski.

Um Gegnerinnen macht man sich im SES-Boxstall keine Sorgen. "Im Schwergewicht ist es bei den Frauen zwar nicht ganz so einfach, Boxerinnen zu finden, aber ich habe mich schon umgeguckt. An Gegnerinnen wird Nadines Boxkarriere nicht scheitern", glaubt Steinforth.

Kleinert jedenfalls ist entschlossen, den außergewöhnlichen Umstieg im Alter von dann 33 Jahren durchzuziehen: "Ich treibe seit meinem sechsten Lebensjahr Sport. Es gibt Frauen, die gewinnen mit 40 noch Medaillen und stellen Rekorde auf. Warum soll es bei mir mit dem Boxen nicht klappen? Auf dem Sofa vor dem Fernseher rumhängen kann ich noch lange genug." (mit sid)

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