Leichtathletik : Nils Schumann beendet Karriere

Der letzte Olympiasieger der deutschen Leichtathletik verabschiedet sich aus dem Leistungssport: Nils Schumann konnte sich von vielen Verletzungen nicht mehr erholen.

Friedhard Teuffel
800-Meter-Olympiasieger Schumann beendet Karriere
So sehen Sieger aus. Nils Schumann greift in Sydney nach Gold.Foto: dpa

Ein Finale wie das von Nils Schumann bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney würde sich die deutsche Leichtathletik noch einmal wünschen. Als der Thüringer im Schlussspurt allen davonzog und völlig überraschend die Goldmedaille über 800 Meter eroberte. In den vergangenen Jahren schob sich in die Erinnerung an dieses Rennen viel Sehnsucht. Die der deutschen Leichtathletik insgesamt, wieder einmal einen Welt-Titel in einem Laufwettbewerb zu gewinnen. Und die von Schumann selbst, überhaupt noch einmal ein großes Rennen  bestreiten zu können. Doch eine Verletzung nach der nächsten hielt ihn auf, und nun hat er seine Karriere beendet, mit 31 Jahren.

Der "Thüringer Allgemeinen" hat Schumann gesagt: "Irgendwann muss man Realist sein und sich neue Ziele stellen." Die wird er nun abseits der Laufbahn suchen, etwa mit seiner Agentur für Motivationstraining und Ernährungsberatung.  "Nur 90 Prozent Fitness reichen eben nicht. Ich gestehe, dass es mir von Mal zu Mal schwerer fiel, gesundheitliche Rückschläge wegzustecken." Verletzungen der Achillessehne etwa, die durch Operationen behandelt werden mussten. Er verpasste daher die Qualifikationen für die großen Meisterschaften.

Schumann war 1998 schon Europameister geworden. Nach seinem Olympiasieg ist er jedoch nie wieder richtig nach vorne gekommen. Er hat diesen Sieg jedenfalls nicht bestätigen können, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder anderen. Er versuchte sich mit zahlrteichen vereinswechseln zu helfen - vergeblich. Zwischendurch schlich sich auch eine merkwürdige Note in seine Karriere. Sein ehemaliger Manager Jos Hermens erklärte, dass Schumann beim spanischen Arzt Peraita in Behandlung gewesen sein soll, von dem einige Anleitungen zum Dopen aktenkundig sind und mit dem auch Trainer Thomas Springstein zusammenarbeitete. Schumann selbst sagte bei einem bizarren Auftritt in Berlin, sich nicht mehr erinnern zu können, wo und von wem er alles behandelt wurde, es seien zu viele Ärzte gewesen.

Wie auch immer, die Bilder prägen die Erinnerung und im Falle von Nils Schumann werden es die Bilder sein, wie er als erster in Sydney über die Ziellinie sprintet. mit dpa

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