Leichtathletik : Obergföll rückt in die Favoritenrolle

Die Leichtathletik-WM rückt näher. Speerwerferin Christina Obergföll könnte von der Absage ihrer vermeintlich härtesten Konkurrentin profitieren. Sprinterin Sina Schielke muss dagegen verletzungsbedingt passen.

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Christina Obergföll: An der Spitze der Weltjahresbestenliste. -Foto: ddp

Monte Carlo/DüsseldorfFreud und Leid bei den deutschen Leichtathleten: Mit der WM-Absage der Speerwurf-Weltrekordlerin Osleidys Menendez aus Kuba ist die Offenburgerin Christina Obergföll zur Top-Favoritin bei den elften Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Osaka (25. August bis 2. September) geworden. Dagegen musste die Wattenscheider Sprinterin Sina Schielke wegen einer Sehnenblessur den Start in Japan absagen. "Es ist eine bittere Pille, so zurückgeworfen zu werden", sagte die 26-jährige deutsche Hallen-Meisterin. "Immerhin weiß ich, dass ich noch rennen kann. Und ich habe bewiesen, dass ich schnell zu meinem alten Leistungs-Level zurückfinden kann."

Nach dem Rückzug der WM-Fünften von 2003 umfasst das WM-Aufgebot des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) noch 66 Athleten. "Wir bedauern die Absage, sind dennoch zuversichtlich, dass die Frauen-Sprintstaffel das WM-Finale erreichen wird", sagte DLV-Cheftrainer Jürgen Mallow. Sina Schielke, die bei einem Heilpraktiker in Behandlung ist und eine Operation umgehen will, hatte bereits vor zwei Jahren in Helsinki ihre WM-Teilnahme aus Verletzungsgründen absagen müssen. Ebenfalls nicht nach Japan reisen kann Mario Kröckert aus Leverkusen, der für den DLV beim Marathon-Weltcup an den Start gehen sollte. Ihn plagt ein Ödem am Schambein.

Große Chance für Christina Obergföll

Wie der Weltverband IAAF mitteilte, fühlt sich die 27 Jahre alte Olympiasiegerin und zweimalige Weltmeisterin Osleidys Menendez nach einer Blessur im rechten Bein nicht fit für eine Titelverteidigung. Damit sind die Chancen auf den Gewinn des WM-Titels für Christina Obergföll enorm gestiegen. Sie hatte sich mit ihrer beim Europacup in München aufgestellten Europarekord-Weite von 70,20 Metern an die Spitze der Weltjahresbestenliste geworfen.

"Ich habe immer noch Schmerzen und will nicht nach Osaka fahren, wenn ich nicht hundertprozentig fit bin und am Ende nur Zweite oder Dritte werde", sagte Menendez. Sie will sich nun voll auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking konzentrieren und dort "meinen Weltrekord erneut brechen".

Doping-Vorwürfe: Lysenkos WM-Start noch ungewiss

Ob die unter Doping-Verdacht stehende russischen Hammerwurf-Weltrekordlerin Tatjana Lysenko an der WM teilnehmen kann, wird das Ergebnis der am 14. August erwarteten B-Probe zeigen. Zwei Tage später muss ihr Landesverband seine WM-Meldeliste beim Weltverband IAAF eingereicht haben, hieß es heute auf der DLV-Internetseite. Die 23-jährige Europameisterin wurde bei einer Trainingskontrolle der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada im Mai im Schwarzmeer-Kurort Adler positiv getestet.

Unterdessen hat Frankreich ein WM-Aufgebot mit 54 Athleten nominiert. Angeführt wird das Aufgebot von Hürdensprint-Weltmeister Ladji Doucouré und den Europameistern Mehdi Baala (1500 Meter) und Yohann Diniz (50 km Gehen) sowie der WM-Zweiten von 2005, Eunice Barber. Sie ist die große Widersacherin von Siebenkampf-Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Carolina Klüft (Schweden). Frankreich hatte vor zwei Jahren in Helsinki sieben Medaillen gewonnen und in der Nationenwertung Rang fünf eingenommen. (mit dpa)

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