Leichtathletik US-Meisterschaften : Sprint-Spektakel der Superstars

Bei den US-Meisterschaften in Indianapolis liefern sich die amerikanischen Leichtalthletik-Superstars einen harten Konkurrenzkampf um Tickets zur WM. Maurice Greene und Marion Jones sind nicht dabei.

Indianapolis/BostonKlangvolle Namen, eine schnelle Bahn und ein immenser Erfolgsdruck: Die US-Leichtathletik-Meisterschaften von Donnerstag bis Sonntag in Indianapolis werden zum Showdown der Topstars. Mehr als 60 Medaillengewinner bei Olympia und Weltmeisterschaften sowie zwölf aktuelle Jahresweltbeste sind im Michael-Carroll-Stadion dabei. Für alle gilt - nur die Besten fliegen gen Westen, zu den Weltmeisterschaften vom 25. August bis 2. September in Osaka. Und wie immer bei den US-Trials spielen Rekorde und Erfolge der Vergangenheit keine Rolle. Nur die Platzierung zählt. Wer nicht unter die ersten Drei kommt, bleibt zu Hause. Zwei Alt-Stars und Olympiasieger kommen gar nicht erst nach Indianapolis: Maurice Greene ist verletzt, Marion Jones abgetaucht.

Im Mittelpunkt stehen die Sprints, bei denen die amerikanischen Frauen und Männer bislang von den 100 Metern bis zur Stadionrunde die schnellsten in diesem Jahr waren. Ein exklusives und elitäres Sprint-Spektakel wird über 200 Meter der Männer erwartet. Hier sind mit Walter Dix, Wallace Spearmon, Tyson Gay und Xavier Carter vier Stars am Start, deren Zeiten zu den sechs schnellsten gehören, die je auf dieser Strecke gelaufenen wurden. Dix führt die Bestenliste des Jahres mit 19,69 Sekunden vor Wallace (19,82) an. Carter (19,63) und Gay (19,68) waren 2006 die Dominatoren.

Harter Konkurrenzkampf in Amerika

"Ich will drei WM-Titel holen, einen davon über die 200 Meter", tönte Gay. Während der 24-Jährige auf der halben Stadionrunde nur einer von vier Topstars ist, hat er über 100 Meter alle Aufmerksamkeit für sich allein - und zudem Großes vor. Er wolle noch in diesem Jahr den Weltrekord brechen, kündigte Gay vollmundig an. Beim Meeting in New York am 2. Juni war der Mann aus Lexington im US-Bundesstaat Kentucky mit 9,76 Sekunden bereits eine Hundertstel schneller als Rekordhalter Asafa Powell aus Jamaika. Allerdings wehte dabei mit 2,2 Metern pro Sekunde ein zu starker Rückenwind. "Diese Zeit kann ich auch bei regulären Bedingungen laufen", meinte Gay.

Typisch Trials - starke Sprüche gehören ebenso dazu wie prominente Patzer. 1992 war Zehnkampf-Weltmeister Dan O'Brien bis zur achten Disziplin auf Weltrekordkurs. Im Stabhochsprung gelang ihm jedoch kein gültiger Versuch - die neue Bestmarke war futsch und der Traum von Olympia in Barcelona vorbei. 2000 sollte es über 200 Meter zum Giganten-Gipfel zwischen 100-Meter-Weltrekordler- und Weltmeister Maurice Greene sowie Olympiasieger Michael Johnson kommen. Beide verletzten sich jedoch vor dem Finale und durften nicht in Sydney starten. Diesmal wurde Greene von einer Beinverletzung gestoppt - WM ade.

Im Fokus des Frauensprints stehen die 400 Meter: Die Weltjahresbeste Natasha Hastings (50,15 Sekunden) fordert die überragende Sprinterin des vergangenen Jahres, Sanya Richards, heraus. Die "Welt-Leichtathletin 2006", stellte im Vorjahr mit 48,70 Sekunden einen US-Rekord auf, lief die fünf schnellsten Rennen des Jahres und blieb neun Mal unter der 50-Sekunden-Marke. "Ich will sie trotzdem schlagen und nach Osaka", meinte Hastings. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar