Sport : Leichtathletik: Warten auf den Lauf-Pass

Jörg Wenig

Uta Pippig wird im August nicht bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton starten. "Ich kann dort leider noch nicht dabei sein, weil ich noch keine US-Staatsbürgerschaft habe", sagte Uta Pippig, nachdem sie ihren Saisonauftakt gewonnen hatte. Die 35-jährige Langstreckenläuferin war bei einem 10-km-Rennen in Ottawa gegen internationale Konkurrenz in guten 32:32 Minuten erfolgreich.

Die Berlinerin hatte noch während ihres Dopingverfahrens, das vor knapp einem Jahr erst nach Ablauf der Sperre mit einem Vergleich ohne Schuld- und ohne Freispruch zu Ende gegangen war, angekündigt, künftig für die USA starten zu wollen. "Aber in Deutschland werde ich sicherlich auch in Zukunft wieder an den Start gehen", sagte Uta Pippig, die derzeit in ihrer Wahlheimat Boulder (Colorado) trainiert und je nach Saisonverlauf im Sommer auch Rennen in Europa laufen wird.

"Mit meiner Leistung in Ottawa bin ich sehr zufrieden. Das erste Rennen nach einem halben Jahr Wettkampfpause gleich zu gewinnen war überraschend und motiviert mich für den weiteren Verlauf der Saison. Die Zeit ist toll für diesen Saisonzeitpunkt", sagte die dreifache Siegerin des Boston- und des Berlin-Marathons. Die lange Wettkampfpause der deutschen Marathon- und Halbmarathon-Rekordhalterin hängt mit ihrem mehrmonatigen Trainingslager in Neuseeland zusammen. "Durch den späteren Saisoneinstieg war es möglich, gleich beim ersten Start eine bessere Leistung zu erreichen. Ich habe mir mit dem Training mehr Zeit als in früheren Jahren gelassen. So hatte ich keinen Druck und viel Spaß", sagt Uta Pippig.

Wie eine Reihe von internationalen Langstreckenläufern möchte Uta Pippig zeigen, dass Erfolge jenseits der 35 noch möglich sind. Dennoch bereitet sie sich inzwischen auf das Leben nach der Laufkarriere vor: "Darüber mache ich mir Gedanken. Es gibt einige Dinge, die ich nach dem Sport gerne machen möchte und auf die ich mich jetzt schon freue - zum Beispiel in den Bereichen Frauenfitness und Gesundheit." Als Läuferin noch einmal ganz nach vorne zu kommen ist schwerer als noch vor einigen Jahren. Denn die internationale Spitze ist deutlich stärker geworden. "Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch einmal so erfolgreich sein kann wie früher - aber der Versuch lohnt sich. Ich bin dafür motiviert, und das ist die Hauptsache", sagt Uta Pippig, die in den nächsten Wochen weitere Straßenläufe rennen möchte, um zunächst über kürzere Strecken ihre Leistung zu stabilisieren. "Dann starte ich vielleicht bei einem Herbst-Marathon", sagt Uta Pippig, die ihr letztes Rennen über die klassische Distanz im April 1997 in Boston lief. Damals wurde sie nach drei Siegen in Folge Vierte.

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