Leichtathletik-WM : "Diesmal möchte ich meine Medaille aber behalten"

Die Magdeburgerin Nadine Kleinert hat das erste Edelmetall für Deutschland bei der Leichtathletik-WM gewonnen.

Friedhard Teuffel

OsakaZu Medaillen hat Nadine Kleinert eine besondere Beziehung. Mal gewinnt sie eine, muss sie aber nachher abgeben und erhält später eine neue. Mal gewinnt sie keine und bekommt irgendwann dann doch noch eine. Ob und welche Medaille Nadine Kleinert beim Kugelstoßen gewinnt, hing jedenfalls in der Vergangenheit nicht nur von ihren Leistungen ab, sondern auch von den Dopingproben ihrer Gegnerinnen. Diesmal hat sie wieder eine gewonnen, in Bronze, und deshalb bei der WM auch gleich erklärt: „Diesmal möchte ich meine Medaille aber behalten.“

Dafür müsste die neue Weltmeisterin Valerie Vili aus Neuseeland die Weltjahresbestleistung von 20,54 Meter mit sauberen Mitteln zustande gebracht haben und die Zweite Nadscheja Ostaptschuk ihre 20,48 Meter ebenfalls. „Schon wieder ein Dopingfall – das möchte ich nicht“, sagte Kleinert, die auf 19,77 Meter kam. Außerdem hätte sie dann vielleicht eine Weile kein Souvenir von dieser WM. Auf ihre Silbermedaille von den Olympischen Spielen von Athen 2004 musste die Magdeburgerin ein halbes Jahr warten, nachdem die Olympiasiegerin des Dopings überführt worden war. Eine Bronzemedaille der Hallen-WM 2004 wurde ihr ebenfalls nachgereicht.

Ihre Medaille hat einen übergeordneten und einen persönlichen Wert. Es ist die erste der deutschen Mannschaft bei dieser WM. Und sie bedeutet eine große Genugtuung für sie. „Mit der alten Dame ist wieder zu rechnen“, sagte Kleinert. 31 Jahre ist sie jetzt alt, und nach zwei schwächeren Jahren war sie etwas in der Defensive. Zumal sie eine junge Konkurrentin bekommen hatte, Petra Lammert. „Sie hat mich noch nicht ganz vom Thron gestoßen“, sagte Kleinert. In Osaka kam Lammert auf 19,33 Meter – Platz fünf. „Ich habe ins Leere gestoßen“, sagte sie.

Besser als für sie fühlte sich Platz fünf für Lilli Schwarzkopf an, die im Siebenkampf mit 6439 Punkten persönlichen Rekord erreichte. „Eigentlich ist das für mich ein Übergangsjahr auf dem Weg zu Olympia und der WM in Berlin“, sagte sie. Auch Jennifer Oeser übertraf sich selbst und landete mit 6378 Punkten auf Rang sieben. Ganz vorne aber stand wieder einmal die Schwedin Carolina Klüft. Sie stellte einen neuen Europarekord auf: 7032 Punkte. „Der Druck war sehr hoch, ich bin überglücklich“, sagte die Olympiasiegerin von 2004. Friedhard Teuffel

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