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Leichtathletik-WM : Diskuswerferin Nadine Müller holt Bronze

Nadine Müller gewinnt die Bronzemedaille im Diskurswerfen - bis kurz vor Schluss hatte sie sogar auf dem Silberrang gelegen. Die Berlinerin Julia Fischer wird Fünfte.

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Nadine Müller.
Nadine Müller.Foto: dpa

Als Nadine Müller die Silbermedaille verlor, war sie nicht überrascht. Titelverteidigerin Sandra Perkovic schleuderte den Diskus auf 67,39 Meter und schob sich in ihrem letzten Versuch an der Deutschen vorbei. „Perkovic ist immer bis zur letzten Sekunde gefährlich. Mir war klar, dass sie noch einen drauflegen kann, wenn sie die Nerven behält“, sagte Müller hinterher. Allerdings konnte die 29-Jährige gut damit leben, dass die Kroatin sie geschlagen hatte. Schließlich hatte allein die überragende Denia Caballero mit der Siegesweite von 69,28 Metern noch weiter geworfen, für Müller blieb somit hinter der Kubanerin und Perkovic WM-Bronze. Für die deutsche Mannschaft bedeutete der dritte Platz die vierte Medaille am vierten Wettkampftag der Leichtathletik-WM.
2011 war die 1,93 Meter große Polizeimeisterin aus Halle an der Saale bereits Vizeweltmeisterin geworden, mit ihrem dritten Platz von Peking war sie trotzdem außerordentlich zufrieden. „Nach dem letzten Jahr bin ich sehr, sehr glücklich, zurück in der Welt zu sein“, sagte Müller, die lange Zeit mit Knieproblemen zu kämpfen hatte. Erst nach einiger Zeit hatte sie eine wirksame Behandlung gegen die Schmerzen gefunden, die von entzündeten Strecksehnen verursacht worden waren. Bei ihrem Comeback im Februar sagte sie, ihr würden noch 1000 Trainingswürfe auf dem Weg zurück zu alter Stärke fehlen. Angesichts dieses Aufholbedarfs sprach sie von dieser WM als gelungener „Zwischenstation“ auf dem Weg zu den Olympischen Spielen im kommenden Sommer, „in Rio geht noch ein bisschen mehr, wenn ich verletzungsfrei bleibe“.


Dafür wird sie aber wohl mehr als einen einzigen starken Wurf zeigen müssen. Gestern landete ihr Diskus im ersten Versuch bei 65,53 Metern, danach verkrampfte sie. „Ich habe den Faden verloren. Aber wenn man versucht, mit Krawall zu werfen, kriegt man keine schönen lockeren Würfe hin“, erklärte Müller. „Bei mir ist dann auch die Technik weg, und die Dinger fliegen nicht mehr.“
Die anderen beiden Deutschen verpassten die Medaillen. Shanice Craft wurde mit 63,10 Metern Achte, Julia Fischer mit 63,88 Metern Fünfte. Fischer haderte damit, dass eine Trainingsverletzung im Rücken wieder aufgebrochen war. „Wenn das nicht passiert wäre, hätte ich auch weiter vorne eingreifen können“, sagte die Berlinerin.

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