Sport : Leichtathletik-WM: Gold ist Gold

Während die deutschen Leichtathleten gestern in den Finals der Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Edmonton (Kanada) eine Auszeit nahmen, feierten die Sieger durchweg Premieren. Marion Jones aus den USA vervollständigte über 200 m ihre Titelkollektion im Sprint, Felix Sanchez holte als Weltmeister über 400 m Hürden die erste WM-Medaille für die Dominikanische Republik, Richard Limo machte mit seinem Erfolg über 5000 m das erste WM-Doppel für Kenia auf der Langstrecke perfekt und Tatjana Lebedewa aus Russland gewann erstmals die Goldmedaille im Dreisprung.

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Für Marion Jones, die Dreifach-Olympiasiegerin von Sydney, gab es eine Genugtuung nach der Niederlage über 100 Meter. Mit ihrem Erfolg über 200 m verbuchte sie ihr insgesamt viertes WM-Gold seit 1997. Doch die Überlegenheit von einst ist vorbei, die Konkurrenz wittert auch auf der längeren Distanz ihre Chance. "Ich weiß, dass ich sie schlagen kann. Marion ist nicht mehr die Unbesiegbare", meinte Vizeweltmeisterin Debbie Ferguson. Marion Jones rettete sich nur mit 13 Hundertstelsekunden Vorsprung gegenüber der Staffel-Olympiasiegerin ins Ziel. "Ich konnte ihre Nähe fühlen, und meine Beine wurden müde", meinte die 25-Jährige, die nachher das Bad in der Menge auskostete.

Die Angst vor einer erneuten Niederlage leugnete Marion Jones nicht. "Ich war sehr nervös, denn ich wollte mir selbst beweisen, dass ich noch gewinnen kann", sagte der US-Star, der wie schon im 100-m-Finale technisch auffallend schlecht lief. "In der Kurve war ich sehr gut, doch hinten fehlte dann die Kraft. Letztlich habe ich bewiesen, dass ich noch ein Champion bin." Und weiter: "Okay, es war nicht schnell. Aber Gold ist Gold. Ich bin glücklich, dass ich die 200 m zum ersten Mal gewinnen konnte." Vor zwei Jahren bei der WM in Sevilla war die 25-Jährige als Topfavoritin im Halbfinale verletzt ausgeschieden.

In einem packenden Duell mit Titelverteidiger Fabrizio Mori (Italien) behielt Saison-Aufsteiger Felix Sanchez über 400 m Hürden die Oberhand. In der Jahresweltbestzeit von 47,49 Sekunden gewann der 23-Jährige die erste WM-Goldmedaille für die Dominikanische Republik. "Das bedeutet mir viel", meinte Sanchez, der in New York geboren wurde und erst im Alter von neun Jahren auf die Urlaubs-Insel in der Karibik kam.

"Als wir nach Kanada gekommen sind, haben wir entschieden, dass es Zeit ist, Kenia auf die Siegesstraße zurückzuführen", sagte der 20-jährige Limo nach seinem 5000-m-Erfolg in 13:00,77 Minuten. Der favorisierte Algerier Ali Saidi Sief, der extra auf die lange Distanz gewechselt war, um 1500-m-Olympiasieger Hicham El Guerrouj (Marokko) aus dem Weg zu gehen, verließ das Stadion kommentarlos.

Tatjana Lebedewa deklassierte im Dreisprung die Konkurrenz mit der Jahresweltbestleistung von 15,25 m. Nur Weltrekordlerin Inessa Krawets (Ukraine) und sie selbst sind bisher weiter gesprungen. Zur Belohnung gab es ein Küsschen von Marion Jones und 60 000 Dollar Prämie. "Das war mein Tag. Für mich ist ein Traum wahr geworden", jubelte die 25-jährige Russin. Für eine weitere Jahresbestleistung sorgte Gail Devers (USA) im Halbfinale über 100 m Hürden in 12,56 Sekunden.

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