Sport : Leichtathletik-WM: Kenia gewinnt und verschenkt Medaillen

jöwe

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Bis Freitagabend hatten Kenias Läufer bei der Leichtathletik-WM sechs Medaillen gewonnen, darunter drei goldene über 5000 m, 10 000 m und 3000 m Hindernis. Am Ende werden sie wohl sieben oder acht gesammelt haben und wären damit besser als vor zwei Jahren in Sevilla. Doch sie haben auf eine Medaille wohl freiwillig verzichtet. Bronze hatte 1995 und 1999 Tegla Loroupe über 10 000 m gewonnen. Doch vor Edmonton wurde die Marathon-Weltbeste aus dem Team gestrichen. "Sie haben mich herausgeworfen, weil ich nicht zwischendurch zum Team nach Hause gefahren bin", erzählt Tegla Loroupe, die meist in Detmold bei ihrem deutschen Manager Volker Wagner oder in der Schweiz lebt und trainiert. "Am 18. Juli bekam ich nachmittags einen überraschenden Anruf vom kenianischen Verband. Es hieß, Tegla müsse morgen um 9 Uhr in Nairobi sein", sagt Wagner. Loroupe, die Kenias Funktionäre auch schon mal öffentlich kritisiert, ist durch ihre Erfolge eigenständig und wohl beim einen oder anderen Offiziellen unbeliebt. "Unsere Funktionäre verschenken Medaillen, und unsere Läufer können nicht zeigen, wie gut sie sind", sagt Loroupe, die als Zuschauerin in Edmonton ist.

Loroupe hat jetzt Zeit für die Vorbereitung eines Marathons im Herbst. Es könnte sein, dass sie das Duell mit Olympiasiegerin Naoko Takahashi reizt. Die Japanerin läuft am 30. September das Rennen, in dem Tegla Loroupe 1999 die noch gültige Weltbestzeit von 2:20:43 Stunden aufgestellt hatte: den Berlin-Marathon.

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