Leichtathletik-WM : Raul Spank gewinnt WM-Bronze im Hochsprung

Party-Time im Berliner Olympiastadion: Hochspringer Raul Spank gewinnt bei der Leichtathletik-WM in Berlin Bronze. Er feiert damit den größten Erfolg seiner Karriere.

Frank Bachner
Raul Spank
Raul Spank floppt die 2,32 Meter und gewinnt gemeinsam mit Sylwester Bednarek aus Polen die Bronze-Medaille. -Foto: ddp

Berlin Rauf Spank spurtete los. Über dem Kopf hielt er eine Deutschland-Fahne, die nun heftig flatterte. Spank rannte an jubelnden Zuschauern vorbei. Es war kurz mal Party-Time. Denn Raul Spank vom Dresdner SC hatte gerade völlig überraschend die Bronzemedaille im Hochsprung gewonnen. Mit 2,32 Metern stellte er dabei seine persönliche Bestleistung ein. Gold ging an den Russen Jaroslaw Rybakow, Silber gewann der Zypriote Kyriakos Ioannou. Auch sie übersprangen 2,32 Meter, sie hatten aber weniger Fehlversuche als der Deutsche. Spank teilte sich Bronze mit dem Polen Sylwester Bednarek.

Dass der 21-jährige Spank hier für eine Überraschung sorgen könnte, das war seit seinem dritten Versuch über 2,28 Meter klar. Er musste alles in diesen Sprung reinlegen, es war die große Chance, eine Medaille zu gewinnen. Denn die meisten seiner Konkurrenten hatten bei dieser Höhe bereits geschwächelt. Rhythmisches Klatschen begleitete den Anlauf, Spank schraubte sich nach oben, dann flog er über die Latte, und die Zuschauer schrieen auf. Spank hatte die Höhe genommen, sogar relativ souverän. Sein Trainer Jörg Elberiss die Arme hoch, und Spanks Druck löste sich in einem gewaltigen Schrei. Jetzt war er der Medaille sehr nahe gekommen. Denn nur noch drei weitere Springer hatten die 2,28 Meter überquert.

Die nächste Höhe, 2,32 Meter. Spank klatschte in die Hände, er forderte den Beifall ein. Wieder dieses rhythmische Klatschen. Aber dies nützte es nichts. Der Dresdener riss die Latte bereits beim Aufsteigen. Nach ihm sprang Rybakow. Die Latte wackelte, aber Rybakow war drüber gekommen, er ging nun in Führung. Dann der Zypriote Kyriakos Ioannou. Auch er bewältigte die Höhe. Jetzt musste Spank kontern. Mit großen, raumgreifenden Schritten lief er an, schraubte sich hoch - und die Latte blieb liegen. Spank hatte soeben seine persönliche Bestleistung eingestellt. Sein Trainer Jörg Elbe war völlig aus dem Häuschen. Aber nach Spank sprang Bednarek. Noch nie war er über 2,32 Meter gekommen. Würde er es jetzt schaffen? Er schaffte es. Mit ausgebreiteten Armen feierte er diesen Erfolg, während sich seine Trainer in den Armen lagen.

2,35 Meter. Diese Höhe hatte Spank noch nie geschafft. Die Zuschauer klatschten, er lief an, für einen Moment sah es so aus, als würde er die Höhe bewältigen. Aber dann nahm er die Latte doch noch mit. Auch Bednarek riss im ersten Versuch. Versuch Rybakow, gerissen. Im Hintergrund lief Spank nervös auf und ab. Es war jetzt empfindlich kühl geworden, die Zuschauer klatschten, der Zypriote sprang. Gerissen. Dann wieder Spank. Diesmal war das Klatschen lang gezogen, rhythmisch wieder. Aber Spank riss wieder, schon beim Aufsteigen nimmt er die Latte mit. Wütend wirbelte er mit seinen Armen.

Bednarek stand bereit, sprang und riss wie Spank. In diesem Moment führte Rybakow, aber auch er kam im zweiten Versuch nicht über die Latte. Der Zypriote, er hielt sich die Hände vors Gesicht, die letzte Phase vor dem Sprung, aber er sprang sogar unter der Latte durch.

Dritter und letzter Versuch von Spank. Die Zuschauer klatschten, ihr Rhythmus wurde immer schneller. Auf den letzten Metern schrieen sie sogar, doch Spank bleibt chancenlos. Er brach den Sprung mittendrin ab. Auch Bednarek scheiterte. Aber er freute sich genauso sehr wie der Deutsche. Bronze, damit hatten beide nicht gerechnet. Und dann schnappte sich Spank eine Deutschland-Fahne von seinem Trainer.

0 Kommentare

Neuester Kommentar