Sport : Leichte Fehler, schweres Spiel

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Rom (dpa). Thomas Haas hatte nicht den Hauch einer Chance. Seinem Idol Andre Agassi musste er den Sieg beim Masters-Tennisturnier in Rom ohne ernsthafte Gegenwehr überlassen. „Andre hat unglaublich gespielt. Trotzdem war es eine der besten Wochen meiner Karriere“, sagte der Hamburger nach der 3:6, 3:6, 0:6-Niederlage gegen den Amerikaner.

402 000 Dollar kassierte Agassi für den Sieg; sein an diesem Sonntag erschreckend schwach aufspielender Kontrahent konnte sich mit 211 000 Dollar trösten. „Ich war müde und bin ziemlich enttäuscht“, sagte Haas und machte vor den 7000 Zuschauern im Foro Italico erst gar nicht den Versuch, seine desolate Vorstellung schönzureden. Auch die Probleme mit dem linken Oberschenkel, den er sich im finalen Satz hatte behandeln lassen, führte er nicht als Entschuldigung an. Zu schwach war Haas, 46 leichte Fehler belegten das.

Auch sein Aufschlag ließ ihn im Stich. Sieben Doppelfehler leistete sich der Weltranglisten-Elfte, und zwar in den entscheidenden Momenten. So auch im ersten Durchgang, als er zum 2:3 das erste Break kassierte und nach 43 Minuten den Satz mit zwei Doppelfehlern abgab. Am schwachen Auftritt änderte sich auch danach nichts. Zwar schaffte Haas im zweiten Durchgang ein Rebreak zum 3:4, doch den Ausgleich verpasste er – wieder durch einen Doppelfehler.

Agassi strahlte nach seinem 52. Turniersieg, als sei es sein erster gewesen. „Ich bin jetzt 15 Jahre lang immer als Verlierer nach Hause gefahren. Dies ist heute ein ganz besonderer Tag für mich“, sagte Agassi. Und dann folgte ein Satz, der die Spekulationen um sein bevorstehendes Karriere-Ende schürte. „Ich werde die Unterstützung der Fans hier in Rom nie vergessen.“

Beim Turnier am Hamburger Rothenbaum werden sowohl Haas als auch Agassi in dieser Woche antreten. Der Lokalmatador wird es zunächst mit Lars Burgsmüller aus Essen zu tun bekommen. Agassi trifft zunächst auf einen Qualifikanten.

Haas wollte in der Hansestadt eigentlich schon am Sonntag mit Daviscup-Teamchef Michael Stich über die weitere Zukunft der deutschen Mannschaft und das Abstiegsspiel im September gegen Venezuela reden. Doch der Final-Auftritt ließ das Gespräch platzen. An seiner grundsätzlichen Entscheidung soll das aber nichts ändern: Thomas Haas will wieder im Daviscup aufschlagen.

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