Sport : Leiden ohne Ende

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Ratingen (dpa). Zehnkämpfer Frank Busemann kann nach seinem verletzungsbedingten Aus in Ratingen nicht an der Leichtathletik-EM im August in München teilnehmen und muss wieder einmal um die Fortsetzung seiner Karriere bangen. Der Olympia-Zweite von 1996 gab beim DLV-Mehrkampf-Meeting am Samstag wegen einer Achillessehnenverletzung nach dem Kugelstoßen auf.

„Das sind Schmerzen, mit denen ich nicht fertig werde. Ich kann nicht mal joggen. Ich weiß auch nicht, warum die Verletzungen immer zu mir kommen“, sagte der Leverkusener, der seine Saison für beendet erklärte. Theoretisch könnte sich Busemann zwar noch beim Europacup der Mehrkämpfer in zwei Wochen in Polen für die EM qualifizieren, doch der 27-Jährige rechnet damit, dass er operiert werden muss: „Ich lass mich erst einmal zusammenflicken und steige dann nächsten Winter wieder ein.“

Doch ans Aufhören will Busemann nicht denken. „Das wäre nicht ich. Wenn ich es mir so leicht mache, hätte ich schon vor sechs Jahren aufhören können.“ Mit mäßigen 10,91 Sekunden über 100 m war Busemann in seinen insgesamt 14. Zehnkampf gestartet. Bereits nach dem ersten Versuch im Weitsprung mit 7,51 m musste er sich den linken Knöchel tapen lassen, nach dem zweiten brach er die Disziplin ab. Im Kugelstoßen brachte Busemann nur noch 13,70 m zu Stande und winkte verzweifelt ab.

In den vergangenen Wochen hatte er sich mit einer Blockade des Sprunggelenks und Schmerzen an der Achillessehne herumgeplagt, aber trotzdem auf eine gelungene EM-Qualifikation gehofft. „Wer den Frank kennt, weiß, dass er körperliche Signale gerne nach außen trägt. Frank ist beschwerdefrei, der wird die Norm schaffen“, hatte Bundestrainer Claus Marek noch am Samstagmorgen erklärt.

Doch der Sportler des Jahres 1996 musste in den vergangenen Jahren immer häufiger vor Verletzungen kapitulieren. Seit seiner Bronzemedaille bei der WM 1997 in Athen konnte er nur noch einmal für Aufsehen sorgen - als Olympia-Siebter in Sydney.

Im letzten Jahr hatte er sich in Ratingen einen Muskelriss am Ellenbogen zugezogen. Jetzt droht ihm die sechste Operation. Sein Vater kann das nicht mehr mitanschauen: Franz-Josef Busemann hat seine Trainertätigkeit beendet und war auch nicht in Ratingen. „Er konnte mich nicht mehr leiden sehen“, sagte Frank Busemann. Seine Mutter dagegen stand mit zusammengepressten Lippen an der Bande und musste von ihrem Sohn getröstet werden.

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