Sport : Leidenschaft verdient Liebe

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Ach hätte er doch nur den Mund gehalten, der Fabio Capello. Da gab der wackelnde Trainer der kriselnden englischen Fußball-Nationalmannschaft beiläufig zum Besten, dass er auf David Beckham künftig verzichten werde. „Zu alt“ sei der mit 35 Jahren für einen Neuaufbau. Stimmt vielleicht, Signor Capello. Doch einem Beckham hätte der Italiener mit Respekt begegnen müssen. Ein Anruf hätte gereicht. Aber Englands Star wusste nichts von Capellos Vorhaben.

Der Umgang mit verdienten, in die Jahre kommenden Profis ist ein sensibles Thema. Wegschieben, würdevoll wegloben? Mindestens Letzteres hätte Beckham nach 115 Länderspielen verdient gehabt. Denn Beckham lebt England. Wenn der Ball rollt, ist er kein Glamourboy, sondern leidenschaftlicher Teamspieler. Das ließ sich bei der WM beobachten, als der verletzte Kapitän sein Team von der Seitenlinie aus anfeuerte. Beckham in Weste, mit hochgekrempelten Ärmeln. Medienwirksam? Ja. Vor allem war es engagiert. Engagierter, als sich missmutig auf der Tribüne zu präsentieren, wie das Michael Ballack getan hat – nach dem sich seine Mitspieler allerdings auch nicht gerade verzehrten.

Beckhams englischer Kollege Steven Gerrard sagt: „David liebt es, für England zu spielen.“ So eine Liebe hat ein liebevolles Ende verdient.

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