Sport : Leistung bringen, lustig sein

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Ein moderner Fußball-Klub, ein Wirtschaftsunternehmen also, das viele Millionen Euro umsetzt, muss immer auch ein heimeliges, wärmendes Wohnzimmer bleiben. Für seine Fans. Die Identifikation der Mitglieder und anderer Zuschauer muss sich auch jenseits des Tabellenstandes ergeben. Das ist ein Spagat, eine unmögliche Herausforderung. Bei Hertha BSC verantwortet die Kegel-Abteilung noch immer das Catering bei der Mitgliederversammlung. Hertha muss zwar sparen, aber hier handelt es sich um ein schätzenswertes Relikt von herzlicher Identifikation.

Kann Hertha warme Tradition und kühle Moderne miteinander verbinden? Leistung bringen und lustig sein?

Die Chance ist schon wieder da. Denn trotz aller Kritik haben sich die Mitglieder entschieden, den personellen Kurs zu halten. Das Votum entspringt dieser alten Sehnsucht nach einem Verein, der zusammensteht in guten wie in schlechten Zeiten. Eine solche Haltung ist eine gute Grundlage, sich neu aufzustellen. Die Internationalität der Stadt spiegelt sich ja längst wider im Stadion. Nicht nur die Zuschauerzahl, auch die Zusammensetzung der Zuschauer ist dafür ein Zeichen.

Der Klub muss jetzt zeigen, dass er verstanden hat. Es geht nicht nur um Sport, es geht um Beziehungen. Um den Umgang miteinander und die Darstellung nach außen. Eine neue Kultur der Glaubwürdigkeit, gepaart mit einer Idee, was für ein Verein man sein möchte, gehört auch zu den künftigen Aufgaben. Aufstieg, Kultur, solide Finanzen schafft man nicht auf einmal. Ziel muss es sein, diese Ansprüche glaubwürdig zu verfolgen.

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