Leistungsprotokoll : Herthas Spieler in der Einzelkritik

Mijatovic und Raffael stark, Ramos als Chancentod und Aerts die tragische Figur: Was jeder einzelne Hertha-Spieler im Berliner Derby gegen den 1. FC Union geleistet hat.

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Herthas Torschütze Roman Hubnik konnte nur einmal jubeln an diesem Derby-Tag. Foto: dapd
Herthas Torschütze Roman Hubnik konnte nur einmal jubeln an diesem Derby-Tag.Foto: dapd

Maikel Aerts: Kaum geprüft. Beide Schüsse, die auf sein Tor kamen, waren auch drin. Sah beim 1:2 nicht gut aus. Der Ball sprang zwar vor ihm auf, dennoch muss ein Klassemann diesen Schuss abwehren.

Christian Lell: Sehr engagiert, machte über seine rechte Seite zusammen mit Rukavytsya viel Druck, auch weil er in der Abwehr nichts zu tun hatte. Wirkte aber zum Teil übermotiviert, beging dann unnötige Fouls. Bezeichnend sein falscher Einwurf in der Nachspielzeit, als ihm der Ball aus den Händen rutschte.

Roman Hubnik: In der ersten Halbzeit an beiden Toren beteiligt. Das 1:0 erzielte er per Kopf selbst, beim Ausgleich konnte er den Schuss von Mosquera nicht verhindern. In der Defensive ansonsten kaum gefordert.

Andre Mijatovic: Eine souveräne Vorstellung des Kapitäns. Gewann 83 Prozent der Zweikämpfe und ließ den Union-Angreifern keinen Raum zur Entfaltung. Gab dazu noch mit gefühlvoller Flanke die Vorlage zum 1:0 und rückte später bei Standards mit nach vorn, konnte sich da aber nicht mehr entscheidend in Szene setzen.

Levan Kobiaschwili: Unauffällig. War defensiv kaum beschäftigt, nutzte das aber nicht aus, um entscheidende Akzente in der Offensive zu setzen.

Peter Niemeyer: Sehr fleißig, bestritt zahlreiche Zweikämpfe. Zwei davon werden in Erinnerung bleiben: In der 3. Minute prallte er derart heftig mit Unions Michael Parensen zusammen, dass der wegen einer Kopfverletzung ausgewechselt wurde. Vor dem Freistoß zum 1:2 foulte er Mattuschka. Der revanchierte sich mit dem Siegtreffer.

Ronny: Erst bemüht, dann glücklos, später schwach. Trat zahlreiche Standards, die in der ersten Halbzeit noch halbwegs passabel waren, später aber wirkungslos verpufften. In der 80. Minute gegen Domowtschiski ausgewechselt, darüber sichtlich erbost.

Raffael: Deutete immer wieder seine Klasse an. War technisch und läuferisch seinen Gegenspielern oft überlegen. Nach etwas mehr als einer Viertelstunde schoss er aus 20 Metern gefährlich aufs Tor, nach dem Wechsel eher in der Spielermacherrolle und in der 64. Minute mit exaktem Pass zu Ramos, der dann aber vergab. Sah kurz vor der Pause Gelb für einen kleinen Wischer gegen Unions Torwart Höttecke.

Nikita Rukavytsya: Gute erste Halbzeit. Auf seiner rechten Seite mit viel Dynamik, lief da immer wieder den Unionern davon. Baute nach dem Wechsel wie alle Herthaner deutlich ab.

Adrian Ramos: Gefährlichster Hertha-Spieler mit mehreren guten bis sehr guten Einschussmöglichkeiten, die er aber allesamt vergab. Spritzig und mit viel Einsatzfreude. Hätte aber mindestens ein Tor machen müssen.

Rob Friend: Bekam zwar viele Flanken in den 16er, verlor dort aber alle Kopfballduelle gegen Göhlert, Stuff oder Peitz. Einmal nah an einem Treffer, als er nach Vorlage von Ramos knapp das Tor verfehlte. Wirkte in der Schlussphase frustriert, versuchte es da dann sogar mit der Hand. In dieser Form keine Alternative für Lasogga.

Valeri Domowtschiski: Kam zehn Minuten vor Schluss für Ronny, konnte sich aber nicht mehr zeigen.

Fabian Lustenberger: Kurz vor Schluss für Niemeyer eingewechselt, blieb ohne nennenswerte Aktion.

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