Sport : Letzte Ausfahrt Mattersburg

Carsten Jancker lässt in der österreichischen Provinz seine Karriere ausklingen

Markus Huber[Wien]

Pasching also, ein Vorort von Linz, bekannt für zwei Shoppingcenter. Der Fußballklub hat vor Jahren mal Werder Bremen aus dem UI-Cup geboxt, aber das war lange nach seiner Zeit. Als Carsten Jancker zuletzt in Österreich Fußball gespielt hatte, 1996, im Dress des Rekordmeisters Rapid Wien, da grundelte Pasching noch in den Tiefen der österreichischen Unterligen herum. Wobei, andererseits: Das tat Janckers aktueller Klub, der SV Mattersburg, damals auch noch.

Jetzt ist die Partie zwischen Pasching und Mattersburg nicht nur so etwas wie das Schlagerspiel der österreichischen T-Mobile-Bundesliga, sondern auch die Bühne für das Österreich-Comeback von Jancker. Nur 3500 Zuschauer haben sich auf dem Fußballplatz mit dem doppelt irreführenden Namen „Waldstadion“ eingefunden. Und Jancker, der in entschieden besseren Zeiten mit Bayern München drei Mal deutscher Meister wurde, die Champions League gewann und 2002 mit Völlers Team zum Vizeweltmeister aufstieg, bemüht sich redlich. Hin und wieder blitzt seine alte Klasse auf: Wie in seinen besseren Tagen gibt Jancker den Sturmbrecher. Er ist zwar mit seinen 32 Jahren nicht mehr der Schnellste, aber zwei, drei gute Kopfballvorlagen liefert er allemal. Dass Jancker in der 63. Minute vom Feld muss, hat taktische Gründe: Wegen einer kuriosen Gelb-Roten Karte stehen nur zehn Mattersburger auf dem Platz; und Janckers Trainer setzt auf einen konterstarken Mittelfeldspieler. Die beiden Tore für Pasching sieht Jancker von der Bank aus.

Jancker besitzt in Mattersburg vorerst bis Sommer einen Vertrag. Offenbar geht es ihm darum, nach seinem verunglückten China-Gastspiel nochmals in Europa Fuß zu fassen. Dass er dafür ausgerechnet Österreich ausgewählt hat, soll wohl ein gutes Omen darstellen: 1996 hat er hier, bei Rapid Wien, seine Karriere begonnen und ging nach nur einem Jahr zu Bayern München. Seit dieser Zeit ist Jancker mit einer Wienerin verheiratet, die er im Sekretariat von Rapid kennengelernt hat.

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