Sport : Letzte Hoffnung Barcelona

Werder Bremen verliert 1:3 bei Spaniens Meister und ist jetzt von dessen Sieg in Udine abhängig

Steffen Hudemann[Barcelona]

Welche Bedeutung das gestrige Champions-League-Spiel für Werder Bremen in Barcelona hatte, bewiesen zahlreiche Fans, deren Flugzeug in Hahn bei Frankfurt wegen Nebels nicht starten konnte. Anstatt zurück nach Hause zu fahren, stiegen sie in vom Verein bereit gestellte Busse und machten sich auf den über 1200 Kilometer langen Weg. Weniger begeisterungsfähig zeigten sich die nur 45 000 Zuschauer gestern im Camp- Nou-Stadion. Lediglich wenn Ronaldinho den Ball berührte, hob ein Raunen im Stadion an. Ansonsten verfolgten die Katalanen gelassen das 3:1 (2:1) des Spanischen Meisters über Bremen. Nun hat Bremen am letzten Spieltag nur noch eine kleine Chance, das Achtelfinale der Champions League zu erreichen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf muss Panathinaikos Athen schlagen und hoffen, dass gleichzeitig Barcelona in Udine gewinnt.

Auch Barcelonas Trainer Frank Rijkaard nahm die Partie nicht so ernst, zumal sein Team bereits vor dem Spiel für das Achtelfinale qualifiziert war. Er verzichtete neben Samuel Eto’o auf drei weitere Spieler, die am Samstag 3:0 bei Real Madrid gewonnen hatten. Dafür konnte er jedoch die lange Zeit verletzten Henrik Larsson und Gabri aufbieten, auch nicht die schlechtesten der Fußball-Zunft. Das wusste auch Werders Trainer Thomas Schaaf: „Es macht keinen großen Unterschied, welche Spieler Rijkaard aufs Feld schickt.“

Das bemerkten seine Spieler bereits nach 45 Sekunden Spielzeit, als Larsson alleine vor dem herausstürzenden Bremer Torwart Andreas Reinke auftauchte und den Ball nur knapp am Tor vorbei hob. Drei Minuten später verfehlte Ludovic Giuly das Bremer Tor nur knapp. Und kurze Zeit später lag der Ball tatsächlich erstmals im Bremer Tor. Gabri hatte Ronaldinhos traumhaften Pass über 40 Meter mit der Brust angenommen und den Ball mit links ins Tor geschossen.

Man musste zu diesem Zeitpunkt um die Bremer fürchten, die respektvoll begonnen hatten. Doch in der 22. Minute hatten sie Glück, dass Barcelonas Giovanni van Bronckhorst Johan Micoud im Strafraum foulte – und der Schiedsrichter es gesehen hatte. Tim Borowski verwandelte den Elfmeter zum 1:1. Es war ein schmeichelhaftes Zwischenergebnis für die Bremer, doch Andreas Reinke korrigierte es sogleich. Er ließ einen Freistoß Ronaldinhos regungslos passieren: 1:2.

In der zweiten Halbzeit bekamen die Bremer das Spiel zunächst besser in den Griff, allerdings blieb Barcelona durch schnelle Pässe in die Spitze weiter gefährlich. Bremens Hoffnungen auf den Ausgleich minderten sich erheblich, als Nationalspieler Miroslav Klose in der 56.Minute ausgewechselt werden musste. Er war beim Kopfball mit Barcelonas rustikalen Verteidiger Rafael Marquez zusammengeprallt. Mit einer blutenden Wunde musste der Stürmer das Feld verlassen, es kam Aaron Hunt, der später eine große Chance vergab. Da stand es jedoch bereits 1:3. Larsson hatte seinen zweiten Treffer erzielt dank des orientierungslosen Bremer Abwehrspielers Frank Fahrenhorst. Die Punkte in der Champions League muss Bremen sich woanders holen. Nicht beim FC Barcelona.

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