Sport : Letzte Torheit

Benedikt Voigt

freut sich auf die Entscheidung im Duell der besten Stürmer Wenn der Sommer naht, die Biergärten sich füllen und die ersten Mutigen in Badeseen hüpfen, verabschiedet sich der Fußball für eine Weile. Der heutige letzte Bundesliga-Spieltag trägt diesen Abschied bereits in sich, ein Gefühl macht sich breit wie an den letzten Schultagen vor den Sommerferien. Die Spannung ist gewichen, der Meister hat die Schale durch München getragen, und die Tränen der Absteiger sind getrocknet. Einzig zwei Fragen harren der Beantwortung: Wer spielt in der Champions League, und wer erhält die vom Fußballmagazin „Kicker“ gestiftete hölzerne Nachbildung einer mittelalterlichen Kanone?

Marek Mintal (23 Tore) und Roy Makaay (21 Tore) streiten noch um die Ehre, sich Torschützenkönig der Saison 2004/2005 nennen zu dürfen. Für beider Vereine geht es um nichts mehr, und so wird sich der Fußball für diesen einen Spieltag ein wenig ändern. Nürnbergs Samuel Slovak wird, wenn er sich dem Mainzer Tor nähert, ein paar Sekunden lang Ausschau halten nach dem Arbeitskollegen Marek Mintal. Erst wenn er diesen nicht findet, wird er selber zum Torschuss ansetzten. Das Gleiche beim FC Bayern: Plötzlich werden sich bei Freistößen nicht die Spezialisten Sebastian Deisler oder Mehmet Scholl den Ball zurecht legen, sondern der Stürmer Roy Makaay. Es könnte sogar passieren, dass ein Spieler auf einen Treffer verzichtet, weil er lieber Mintal oder Makaay den Ball einschussgerecht vorlegen will. Wenn also alle einen zum Torschützenkönig befördern wollen, ist das auch ein untrügliches Zeichen: Der Sommer naht.

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