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Leverkusen - Bremen 2:2 : Turbulent und gerecht

Erst führt Bayer Leverkusen, dann Werder Bremen – am Ende trennen sich beide Klubs 2:2. Bayer bleibt dank Derdyoks Ausgleichstreffer somit auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen.

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Rettete Bayer mit seinem Treffer zum 2:2 in der 78. Minute: Eren Derdyok (l.) Foto: dapd
Rettete Bayer mit seinem Treffer zum 2:2 in der 78. Minute: Eren Derdyok (l.)Foto: dapd

Beim finalen Pfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe fuhr sich Sebastian Prödl noch einmal verzweifelt durchs kurz geschorene Haar. Sekunden zuvor hatte Bremens österreichischer Innenverteidiger schon einmal exakt dasselbe getan – weil er, völlig unbedrängt, den Ball aus sieben Metern Entfernung nicht ins Leverkusener Tor, sondern hoch in den Abendhimmel gejagt hatte. So fuhren die Gäste nach dem 2:2 statt mit drei mit nur einem Punkt zurück in den Norden. Die Leverkusener konnten sich schon eher über das Ergebnis eines turbulenten Spiels freuen. „Erst geführt, dann 1:2 hinten“, sagte Bayer-Angreifer Patrick Helmes. „Wir können froh sein, dass wir noch 2:2 gespielt haben.“

Sein Trainer betrachtete die Angelegenheit naturgemäß differenzierter. „Ich hätte erwartet, dass wir das Spiel mit der Führung im Rücken etwas ruhiger angegangen wären“, sagte Jupp Heynckes. Der lange verletzte und nach 73 Minuten eingewechselte Bayer-Kapitän Simon Rolfes trauerte dem verpassten Sprung auf Platz drei nicht sonderlich nach: „Wichtig ist, dass wir oben mit dabei sind.“ So weit sind die Bremer, die vier Punkte hinter Leverkusen auf Rang 13 festkleben, noch nicht. Ihr Trainer Thomas Schaaf sah aber zumindest die zweite Halbzeit als Schritt nach vorne. „Nach der Pause haben wir eine gute Reaktion und gute Aktionen im Offensivbereich gezeigt.“

In der Partie, die wegen eines Staus rund um das Stadion eine Viertelstunde später als geplant begann, präsentierten sich auch die Gastgeber keineswegs fehlerfrei. Drei Tage nach dem 1:1 in der Europa League bei Cup-Verteidiger Atlético Madrid gab Trainer Heynckes dem 26-jährigen Helmes den Vorzug gegenüber dem Schweizer Eren Derdiyok. Und Helmes bedankte sich nach einer Viertelstunde: Von Tranquillo Barnetta mit einem feinen Steilpass in Szene gesetzt, konnte der frühere Kölner allein auf Tim Wiese zulaufen – und ließ Werders Schlussmann mit einem gezielten Flachschuss keine Abwehrchance. Von den Bremern gab es zu bis zur Pause kaum konstruktive Gegenwehr.

Danach brachte Schaaf jedoch in Hugo Almeida einen zweiten Angreifer ins Spiel, der nach 52 Minuten per Freistoß zum Ausgleich traf. Kurz darauf schloss Marko Marin eine sehenswerte Kombination über Almeida und Aaron Hunt sogar zur Bremer 2:1-Führung ab. Für das Highlight des Nachmittags sorgte allerdings Derdiyok, der ab der 65. Minute mitspielen durfte: Zwölf Minuten von dem Ende ließ er drei Werder-Spieler wie Marionetten stehen, ehe er den Ball mit voller Wucht ins untere Toreck drosch. Selbst Jupp Heynckes geriet ins Schwärmen. „Ich habe in meiner Karriere ja viele Tore erzielt“, sagte der frühere Stürmer, „aber so eines nie. Das war superklasse, so einen schönen Treffer habe ich selten gesehen.“

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