Leverkusen - Frankfurt 4:0 : Elf Minuten bis zum Sieg

Leverkusen schießt gegen überforderte Frankfurter drei schnelle Tore und siegt am Ende 4:0. Kießling, Reinartz, Kroos und Lars Bender treffen. Torhüter Fabian Giebel, der den erkrankten René Adler vertritt, erlebt einen ruhigen Abend.

Christiane Mitatselis[Leverkusen]
Bayer 04 Leverkusen - Eintracht Frankfurt
77. Sekunde. Leverkusens Spieler jubeln mit Torschütze Kießling (Mitte) über das 1:0. -Foto: dpa

Ob sich Jupp Heynckes solch angenehme und geruhsame Zeiten wohl zu erträumen gewagt hat? Die von ihm trainierte Elf von Bayer 04 Leverkusen ist nicht nur Tabellenführer der Fußball-Bundesliga und als einziges Team unbesiegt. Heynckes’ Mannschaft ist zudem jung, talentiert – und sie begeistert mit schnellem Kombinationsfußball. Ein Traumjob also für einen Trainer, denn er kann oft einfach zuschauen und genießen. So auch am Freitagabend: Mit 4:0 (3:0) besiegte Leverkusen vor 30 000 Zuschauern in der ausverkauften Arena eine hoffnungslose unterlegene Frankfurter Eintracht, die sich am Ende darüber freuen durfte, dass Leverkusen nach einer schnellen Führung einen Gang zurückgeschaltet und den von ihrem ehemaligen Coach Michael Skibbe trainierten Gegner freundlich geschont hatte. Einen schönen Abend erlebte auch der 19-jährige Bayer-Keeper Fabian Giebel, der den an einer Augenentzündung erkrankten Nationaltorhüter René Adler ersetzte, wenig zu halten bekam – und so bei seinem Bundesliga-Debüt ohne Gegentreffer blieb. Adler sagte nach dem Spiel wegen der Augenentzündung seine Teilnahme an den Länderspielen gegen Chile und die Elfenbeinküste ab. Sein junger Kollege im Bayer-Trikot dürfte also weiter die Chance  bekommen, sich zu bewähren.

Rund um die Arena stauten sich vor der Partie an den Zufahrtsstraßen die Autos, so dass etliche Zuschauer zu spät kamen; und, wenn sie Pech hatten, gleich drei Tore verpassten. Bayer 04 machte den Sieg nämlich blitzschnell perfekt. Es waren nur 77 Sekunden gespielt, da schoss Stefan Kießling das 1:0. Es war ein typisches Tor des emsigen Leverkusener Stürmers, der aus dem Getümmel im Strafraum heraus aus etwa zwei Metern geschickt abstaubte und Frankfurts Ersatzkeeper Ralf Fährmann keine Chance ließ. Knapp fünf Minuten stand Stefan Reinartz, anstelle des verletzten Kapitäns Simon Rolfes im Spiel, nach einer Ecke von Tranquillo Barnetta frei im Fünfmeterraum und überwand Fährmann mit einem Kopfball.

Fünf Minuten später war es wieder so weit: Kießling spielte nach innen auf Derdiyok, der Schweizer verstolperte, doch Toni Kroos stand bereit, zögerte nicht und beförderte den Ball mit einem Schuss aus 16 Metern ins rechte Eck – 3:0. Elf Minuten waren gespielt, die Eintracht war besiegt. Mehr war nicht nötig. Leverkusen drosselte nun das Tempo. Frankfurt mühte sich, irgendwie ein bisschen ins Spiel zu finden – was schwer genug war, da Skibbes Mannschaft den Leverkusenern in allen Belangen, vor allem in Sachen Tempo und Technik, unterlegen war. Bayer-Torhüter Giefer geriet während der ersten 45 Minuten kein einziges Mal in echte Bedrängnis. Höchstens musste er einen Ball zurückspielen – oder in der 21. Minute einen abgerutschten Schussversuch von Alexander Meier abwehren. Doch das fiel dem 19-Jährigen nicht schwer.

Nach dem Seitenwechsel zog die Bayer-Elf das Tempo immer mal wieder an und kombinierte ein bisschen. Die überforderten Frankfurter schauten dann jedes Mal zu, hatten aber Glück, dass Derdiyok gleich drei Chancen vergab; die beste in der 56. Minute, als er, angespielt von Kießling, den Ball aus gut 18 Metern knapp übers Tor schoss. In der 86. Minute setzte der eingewechselte Lars Bender nach Vorarbeit von Reinartz mit seinem Treffer zum 4:0 den Schlusspunkt: Er spielte Fährmann aus und traf aus spitzem Winkel.

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