Leverkusen in San Sebastian : Mit Rückenwind am Atlantik

Bayer Leverkusen muss heute bei San Sebastian gewinnen, um das Achtelfinale der Champions League zu erreichen.

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Sami Hyypiä ist in San Sebastian optimistisch, das Achtelfinale zu erreichen.
Sami Hyypiä ist in San Sebastian optimistisch, das Achtelfinale zu erreichen.Foto: dpa

Die Nierensteine, die ihm zuletzt zugesetzt und einen Krankenhausaufenthalt nötig gemacht hatten, machen im Moment keine Probleme mehr. Auch in sportlichen Fragen gibt es für Rudi Völler derzeit wenig Schmerzvolles zu berichten. Der Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen stieg jedenfalls bestens gelaunt in den Flieger, der die Mannschaft am Montagmorgen nach Bilbao brachte. „Wir fahren mit einem guten Gefühl“, sagte Völler.

Nach der Landung folgte noch eine 100 Kilometer lange Busfahrt, um zum eigentlichen Zielort, San Sebastian, zu gelangen. An der baskischen Atlantikküste tritt Leverkusen heute Abend gegen den örtlichen Fußballklub Real Sociedad zum Gruppen-Endspiel um den Einzug in das Achtelfinale der Champions League an. Nach dem überzeugenden 1:0 bei Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende, das den zweiten Tabellenplatz in der Bundesliga mit nun sechs Punkten Vorsprung eindrucksvoll untermauerte, gibt es auf den ersten Blick wenig Zweifel daran, dass die Leverkusener auch diese spanische Hürde nehmen könnten. „Unabhängig vom Ergebnis: Einfach die Art und Weise, wie wir hier aufgetreten sind, war toll“, sagte Völler nach dem Spiel beim BVB begeistert.

Wenn da nicht das desillusionierende Heimspiel in der Champions League zwei Wochen zuvor gewesen wäre. Mit 0:5 war die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä gegen Manchester United damals beinahe wehrlos untergegangen. Und auch bereits im Hinspiel in England verlor die Mannschaft nach einem lange Zeit blutleeren Auftritt mit 2:4. Nach dem erneut kraft- und mutlosen Auftritt stellte sich die Frage nach der Mentalität der Mannschaft. Diese haben die Spieler allerdings umgehend und eindrucksvoll beantwortet und drei Partien in Folge für sich entschieden. Die kurze Formkrise, die sich Bayer 04 allerdings zu einem äußerst ungelegenen Saisonzeitpunkt geleistet hatte, scheint endgültig beendet zu sein. In der Bundesliga konnte das Team die Schwächephase trotz schlechten Spiels kompensieren und Punkte gewinnen. Auch weil die Mannschaft unter Sami Hyypiä, der seit Saisonbeginn die alleinige Verantwortung für das Team trägt, zwar weniger spektakulär als in der Vergangenheit agiert, dafür aber effizienter und konstanter. In San Sebastian gilt es für die Rheinländer deshalb auch zu zeigen, dass sie auf internationaler Ebene ihr Niveau zeigen können. „Wir haben mächtig Selbstvertrauen getankt“, sagte Emre Can. „Wir müssen drei Punkte holen.“

Das enge Hinspiel hatte Bayer gegen die Spanier nach einem Treffer in letzter Sekunde von Jens Hegeler 2:1 gewonnen. Doch selbst wenn den Leverkusenern erneut ein Sieg gelingen sollte, würde das noch nicht die Qualifikation bedeuten. Eine gleichzeitige Niederlage von Manchester United gegen Schachtjor Donezk hätte dennoch das Aus zur Folge. „Wir müssen uns jetzt erst einmal auf uns konzentrieren. Das Spiel wird schwer genug“, sagt Völler. Es steht einiges auf dem Spiel für Bayer 04. Aber wie hatte Völler nach dem Sieg über Dortmund gesagt: „Wenn man so einen Rückenwind hat, sollte man ihn nutzen.“

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