Leverkusen - Köln 0:0 : Das Bollwerk hält

Bayer Leverkusen beißt sich an der starken Defensive der Kölner die Zähne aus und lässt zwei wichtige Punkte im Titelkampf liegen.

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Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Köln
Kampf und Krampf. Stefan Kießling (l.) kam mit Bayer Leverkusen nicht über ein 0:0 gegen Pedro Geromels Kölner hinaus. -Foto: dpa

Als der Schlusspfiff ertönte, ging ein Schrei der Begeisterung durch das Leverkusener Stadion. Dabei hatte es in dieser Begegnung gar keinen Sieger gegeben. 0:0 hieß es am Ende  zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln in einem qualitativ mäßigen, aber zumindest intensiv umkämpften Spiel. Das rheinische  Derby war ein Lehrstück dafür, wie unterschiedlich ein Unentschieden interpretiert werden kann. "Nach der Niederlage gegen Stuttgart war das ein sehr wichtiges Spiel. Meine Mannschaft hat den Derbycharakter angenommen", sagte Trainer Zvonimir Soldo und wirkte dabei sehr erleichtert.

Diese Punkteteilung erschien den Kölnern auch deshalb wie ein Sieg, weil sie zuletzt von Selbstzweifeln geplagt waren. Unstimmigkeiten in der Mannschaft außerhalb und auf dem Feld schienen das fragile Kölner Gebilde nachhaltig ins Wanken zu bringen. An diesem Samstagabend rissen sie sich aber zusammen und nervten den Tabellenführer mit ihrer destruktiven Spielweise ungeheuerlich. "Es hat uns die letzte Konzentration gefehlt. Wir haben einfach nicht gut gespielt", urteilte Trainer Jupp Heynckes. Von der Spielfreude und dem begeisternden Kombinationsfußball, von all diesen Dingen die die Leverkusener an das obere Tabellenende geführt hatten,  war an diesem Tag nichts zu sehen. Gerade einmal zwei Tormöglichkeiten brachten die Bayer-Profis zustande. Diese Anzahl erreichen sie in anderen Spielen häufig in nur zehn Minuten. Sami Hyypiä und Renato Augusto scheiterten zu allem Überfluss auch noch an Faryd Mondragon und an sich selbst.

Köln mit nur einer Tormöglichkeit

Immerhin eine Tormöglichkeit brachten auch die defensiven Kölner - natürlich mit einem Konter - zustande. Aber René Adler konnte den Schuss von Sebastian Freis abwehren. Der Rest des Spiels ist schnell erzählt. Die Leverkusener versuchten sich im Spielaufbau, den die Kölner immer wieder zu unterbrechen wussten. Besonders auffällig war der leidenschaftliche Einsatz von Lukas Podolski, der zwar keine Torgefahr ausstrahlte, sich aber um den Titel des einsatzfreudigsten Spielers der Partie bewarb. "Das war ein gefühlter Sieg. Hier kannst du keinen Hurra-Fußball spielen", lieferte Podolski gleich die Begründung für die wenig ansehnliche Art des Kölner Fußballs.

Die FC-Fans sorgten indes für den negativen Höhepunkt des Spiels, als sie bengalische Feuer zündeten und Toni Kroos bei einem Eckball mit Gegenständen bewarfen. Für die Leverkusener war das Ergebnis demnach eine gefühlte Niederlage, auch wenn sie mit 24 Spielen in Folge ohne Niederlage einen neuen Bundesligarekord aufgestellt haben. "Die Kölner haben es uns sehr schwer gemacht", sagte der unverletzte Toni Kroos, der wie seine Teamkollegen nicht zu seiner Normalform fand. Auch seine erstmalige Nominierung in den Kader der Nationalmannschaft für das Länderspiel am kommenden Mittwoch gegen Argentinien schien ihn eher zu hemmen.

Die Leverkusener könnten nach den Sonntagsspielen ihre Tabellenführung an Bayern München abgeben. Jupp Heynckes betonte allerdings, dass "ich gar nicht an so etwas denke und mich interessiert auch der Rekord nicht. Solche Spiele kommen im Fußball vor. Wir werden auch wieder bessere Leistungen zeigen", sagte er. Aber auch Heynckes schien diese Partie verloren zu haben.

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