Sport : Leverkusen - Unterhaching: Und immer noch schmerzt die Demütigung

Mit dem Wandel vom frustrierten Eigentorschützen zum Matchwinner hat Fußball-Nationalspieler Michael Ballack erfolgreich Revanche für die Demütigung von Unterhaching genommen. "Dieses Tor gönne ich ihm von ganzem Herzen", sagte Bayer-Manager Reiner Calmund nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg der Leverkusener über die SpVgg Unterhaching, die den Leverkusenern vor drei Monaten noch die Meisterschaft verdorben hatte. Auch Trainer Christoph Daum lobte seinen Mittelfeldspieler: "Es gibt Situationen, da muss man aus Fehlern lernen, und er hat heute einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht."

Auch Ballack weiß, daß der Sieg keineswegs Genugtuung für die verpasste Meisterschaft sein konnte. Eine gewisse Anspannung vor dem Revanchespiel hatte auch er nicht verbergen können. "Die Partie wurde so aufgebauscht, da kam dann alles wieder hoch. Man versucht das zu verdrängen und sich neu zu motivieren", meinte Ballack, der wie schon bei der 1:4-Niederlage in Stuttgart zu den besten Spielern bei Bayer Leverkusen zählte.

Wie tief der Stachel nach der Niederlage vom 20. Mai saß, dokumentierte der zukünftige Bundestrainer Daum, dessen freundschaftliches Verhältnis zu seinem Trainerkollegen Lorenz-Günther Köstner deutlich abgekühlt ist. Außer einem kurzen Handschlag nach der Partie gab es keine Berührungspunkte zwischen beiden. "Ich kann den Frust nach der Niederlage im Mai verstehen, aber ich hoffe, dass unsere Freundschaft daran nicht zu Grunde geht", sagte Köstner, der seit dem 2:0 am letzten Spieltag der Vorsaison keinen Kontakt mehr mit Daum hatte. "Früher war er oft beim Abendessen bei uns zu Hause, und wir haben häufiger telefoniert. Ich hoffe, das kollegiale Verhältnis wird sich wieder einrenken."

Die Mannschaft des Unterhachinger Trainers, die sich wie immer teuer verkaufte, war in Leverkusen ohne Chance. "Wir haben nicht die Möglichkeiten gegen einen solchen Gegner so hinten rauszukommen, dass wir die Offensive stärken können", sagte Köstner, den die harte Gangart der Bayer-Profis nicht wunderte: "Das ist doch normal für eine Spitzenmannschaft, die Deutscher Meister werden will." In den verbissen geführten Zweikämpfen erwischte es dann den Unterhachinger Marco Haber, der in der 41. Minute nach einer Rangelei die Rote Karte sah. "Mit zehn Mann ist es gegen Leverkusen unmöglich einen Punkt zu holen. Dann kann man ein solches Spiel auch richtig hoch verlieren", befand Köstner.

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