Leverkusen - Wolfsburg 3:1 : Rückkehr der Leichtigkeit

Bayer Leverkusen hat sich durch einen verdienten 3:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg auf den siebten Tabellenplatz verbessert und wieder Kontakt zur Spitzengruppe der Bundesliga.

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Es grenzte beinahe an Magie, was sich am Sonnabend in der Leverkusener Arena ereignete. Etwas mehr als eine Stunde lag im Bundesligaspiel zwischen Bayer 04 und dem VfL Wolfsburg hinter den 28 195 Besuchern, als Eren Derdiyok seinen großen Moment hatte. Leverkusens Angreifer lupfte eine Hereingabe lässig mit der Schuhspitze über Wolfsburgs Nationalspieler Christian Träsch, um sich dann selbst in die Luft zu heben. Derdiyok traf den Ball perfekt, sein Fallrückzieher verwunderte die Gegenspieler inklusive Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio dermaßen, dass sie nur noch verdutzt zuschauen konnten, wie der Ball im Tor landete. Ein Treffer, der durchaus zum „Tor des Jahres“ gewählt werden könnte. Leverkusen, von Derdiyoks Kunst beflügelt, spielte im Anschluss wie entfesselt und schlug Wolfsburg 3:1 (1:0).

Der Sieg gegen enttäuschende Gäste hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können. Gleichzeitig sorgte der Erfolg für ein wenig Balsam auf die zuletzt arg strapazierten Nerven der Leverkusener. Die Geduld der Verantwortlichen ging nach den Niederlagen der vergangenen Wochen in der Bundesliga langsam aber sicher ihrem Ende entgegen. Auch deshalb ließ Robin Dutt die zuletzt enttäuschenden Stammkräfte im Mittelfeld, Renato Augusto und Simon Rolfes auf der Ersatzbank. Bayers Trainer übertrug Michael Ballack die Verantwortung für die Spielorganisation Der 35-Jährige nutzte diese Chance und zeigte seine beste Leistung in dieser Saison.

Die Leverkusener waren von Beginn an gewillt, den Wolfsburgern keine Gelegenheit zur Entfaltung zu geben. Sie wirkten trotz der Champions-League-Begegnung drei Tage zuvor gegen Genk (2:0) deutlich frischer, inspirierter und spielerisch versierter als die von Felix Magath trainierten Wolfsburger. Allein die anhaltend schlechte Chancenverwertung, bis zu diesem Treffer hatte die Mannschaft erst sieben Bundesligatreffer erzielt, verhinderte eine höhere Leverkusener Führung.

Gonzalo Castro erzielte nach 14 Minuten im Anschluss an einen sehenswerten Alleingang das 1:0, nur wenige Augenblicke zuvor waren Sidney Sam und Stefan Kießling noch völlig freistehend und aus kurzer Distanz gescheitert. Im weiteren Verlauf scheiterte auch Michael Ballack mit zwei Schüssen ganz knapp. Die Wolfsburger brachten in der ersten Hälfte das Kunststück fertig, keinen einzigen erwähnenswerten Angriff vorzutragen. Von Beginn der zweite Hälfte an war der VfL deutlich bemühter war, eigene Angriffe zu starten. Und diese erhöhte Risikobereitschaft sollte sich früh auszahlen. Nach 58 Minuten und der ersten Flanke vor das Leverkusener Tor, erzielte Mario Mandzukic per Kopf das 1:1. Allerdings hinterließ dieser Gegentreffer keine nachhaltige Wirkung beim Gegner. Nachdem Derdiyok – „einer der schönsten Treffer meiner Karriere“ – sein Team wieder in Führung gebracht hatte, sorgte Stefan Kießling fünf Minuten vor dem Ende für die endgültige Entscheidung, als er einen Konter erfolgreich zum 3:1 abschloss.

Das Leverkusener Gefühl, nach deprimierenden Wochen ein gutes Stück Leichtigkeit zurückgewonnen zu haben, war spätestens zu diesem Zeitpunkt zurückgekehrt. Nicht nur bei Eren Derdiyok.

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