Sport : Leverkusener Spitzen

Beim souveränen 3:0-Erfolg über Dortmund zeigt Bayer, wie guter Fußball aussieht

Oliver Trust

Leverkusen. Dass sich der verdorbene Nachmittag für Borussia Dortmund nicht noch zu einer erschütternden Katastrophe ausgewachsen hat, lag an den in der Schlussphase allzu nachlässigen Leverkusenern. Nach den Treffern von Marko Babic (6.), Franca (21.) und dem Elfmetertor von Dimitar Berbatow (54.) führte Bayer die Dortmunder zwar nach allen Regeln der Kunst vor, aber ohne weitere zählbare Auswirkungen. Franca, Berbatow und der überragende Yildiray Bastürk zeigten beim 3:0-Erfolg am Ende ein paar Zaubertricks, doch es blieben stille Kunststücke ohne donnernden Jubel.

Der Leverkusener Manager Reiner Calmund verließ schon Minuten vor Schluss den Platz neben dem deutschen Teamchef Rudi Völler. Zufriedenheit und Gleichmut bestimmte die Bewegungen seines massigen Körpers. „Calli“, wie ihn die Fans nennen, hauchte beglückt: „Ach, mehr wäre vielleicht doch zu viel gewesen. Klar, es hätten noch zwei, drei Tore sein können“, sagte Calmund. 19 Punkte sind es nun aus den letzten sieben Spielen. „Der Uefa-Cup ist fast sicher“, sagte Calmund. Von der Champions- League-Teilnahme und Platz drei spricht er lieber nicht. „Wir haben früher schon manchmal einen Vorsprung verspielt.“

Gegen Dortmund bestand diese Gefahr nie. „Wir haben uns ins Schicksal ergeben, es ist extrem gegen uns gelaufen“, berichtete Jubilar Stefan Reuter. Sein Trainer Matthias Sammer gratulierte dem Gegner artig und klagte über die eigene Personalnot. Und müsste er sich derzeit einen Gegner in der Bundesliga aussuchen, nähme er sicher nicht Leverkusen. Bei denen liefe es gut und wer nicht in einer Top-Verfassung sei, habe kaum eine Chance.

Neben Sammer saß Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler und schwärmte von „unserem besten Spiel über 90 Minuten“. Aggressiv kaufte Bayer dem BVB überall auf dem Rasen den Schneid ab. Das Duo Bastürk und Bernd Schneider steigerte sich in einen bemerkenswerten Zustand der Spiellaune. Eine Kraftquelle im Mittelfeld, welche die Kollegen in Szene setzte, die den BVB teilweise schwindelig spielte. Babic mit seinem gefühlvollen Heber über BVB-Keeper Warmuz hinweg, der aufgedrehte Franca mit seinem 2:0 und schließlich Berbatow mit seinem Elfmeter.

Berbatow hatte übrigens die Erlaubnis von Leverkusens Torwart Jörg Butt erhalten, den Strafstoß zu schießen. Sonst sind solche Dinge Butt vorbehalten. Aber seit er auf Schalke nach seinem Elfmetertor nicht rechtzeitig in seinen Kasten zurück kam und ein Tor des Schalkers Hanke von der Mittellinie aus kassierte, ist Butt vorsichtig geworden. „Jetzt ist mindestens der Uefa-Cup drin. Klar ist, wir würden uns nicht beschweren, wenn Stuttgart mal verliert“, sagte Butt. Und hofft noch auf die Champions League.

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