Sport : Leverkusens Trainer gefällt die neue Champions League

Die zunehmenden Klagen über eine zu hohe Belastung der Fußball-Profis im Dauerstress der Bundesliga und der Champions League lösen bei Christoph Daum Kopfschütteln aus. "Ich kann mich der Diskussion der Überbelastung nicht anschließen", sagt der Trainer von Bayer Leverkusen. Die Kritik von Bayern Münchens Torwart Oliver Kahn, der neue Wettkampf-Rhythmus sei "Wahnsinn", kann Daum nicht nachvollziehen: "Die psychische Belastung will ich nicht runterspielen, aber ein Torwart könnte auch dreimal pro Woche spielen." Kahn hatte moniert, die Spieler würden verheizt ohne Rücksicht auf die Gesundheit.

"Für Spieler, die gesund sind, gibt es nichts Besseres als zweimal in der Woche zu spielen", behauptet Daum, für den die Champions League in ihrer erweiterten Form ohnehin nur ein Vorgeschmack auf die Zukunft ist. "Die Champions League ist eine Vorstufe zur Europaliga. Es läuft darauf hinaus, dass wir in Zukunft einmal die Woche die nationale Meisterschaft und einmal in der Woche um die europäische spielen", erklärte der Trainer des Bundesliga-Spitzenreiters vor dem Duell gegen Dynamo Kiew, dem dritten Spiel der Champions League innerhalb von 15 Tagen. Über den entstandenen Stress, den auch Lissabon-Trainer Jupp Heynckes kritisierte, darf sich nach Ansicht Daums niemand beklagen: "Den haben wir gewollt, den haben wir verursacht. Er muss Normalität werden. Nur wer Blessuren von Spiel zu Spiel mitschleppt, für den ist der Rhythmus nicht gut."

Der Erfolgstrainer räumt ein, dass die Erfolge seine Mannschaft beflügeln und dies die Arbeit erleichtert. Aber ständige Klagen über die neue furchtbare Fußball-Welt würden umgekehrt zu negativen Auswirkungen führen. "Wir können der Kritik nicht folgen, wir bauen es anders auf. Wir haben in der Vorbereitung und jetzt nie gejammert. Damit würde ich den Spielern doch nur ein Alibi liefern. Das wirkt leistungsmindernd", betont Daum.

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