Sport : Lewan Kobiaschwili: Hinten sicher

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Foto: dpadpa

Nach mehr als elf Jahren in Deutschland ist der Georgier Lewan Kobiaschwili auch mit kleinen Details der hiesigen Fußballgeschichte vertraut. Natürlich weiß er, dass die Fans von Hertha BSC kein besonders inniges Verhältnis zu seinem bisherigen Arbeitgeber pflegen; aber insgeheim hofft Kobiaschwili darauf, dass die Berliner ihn weniger als ehemaligen Schalker sehen. „Eigentlich bin ich doch mehr Freiburger“, sagt er. Beim Sportclub in Freiburg hat der Georgier sich einst einen Namen gemacht; erst in Schalke aber hat er auf der Position gespielt, die ihn in diesem Winter für Hertha interessant hat werden lassen: links in der Viererkette.

Kobiaschwili präferiert zwar den Part im offensiven Mittelfeld, aber dieser Vorliebe wird er sich in Berlin wohl nicht hingeben dürfen. „Er hat bei Schalke sehr erfolgreich in der Viererkette gespielt“, sagt Trainer Friedhelm Funkel. „Das ist die Position, die er auch bei uns bekleiden wird.“ Kobiaschwili, 32 Jahre alt, wird den oft irrlichternden Nemanja Pejcinovic ersetzen, der mangels Alternative in der Hinrunde so viele Spiele bestritten hat wie kein anderer Berliner. Auf 16 Einsätze hat es der 22 Jahre alte Serbe in dieser Saison gebracht, allzu viele werden wohl nicht mehr hinzukommen. Bei Kobiaschwili ist es genau umgekehrt. Ganze vier Mal stand er in dieser Saison für Schalke auf dem Feld, zuletzt Mitte September.

Ein Gespräch mit Felix Magath über seine Perspektiven bei Schalke hat es nicht gegeben, genauso wenig wie einen Versuch, ihn zum Bleiben anzuhalten. „Ich habe selber gemerkt, dass es vorbei ist“, sagt Kobiaschwili. „Ich wollte einfach weg.“ Bis zum Saisonende läuft der Vertrag des Georgiers in Berlin; bei Klassenerhalt verlängert er sich um zwei Jahre. Abstiegskampf statt Titelrennen. „Natürlich ist das nicht einfach: vom Meisterschaftskandidaten zu einer Mannschaft, die ganz unten steht“, sagt Lewan Kobiaschwili. „Aber ich bin sicher, dass ich nichts Falsches gemacht habe.“ sth

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