Lexington : Kein Springreiter schafft es ins WM-Finale

Noch knapper geht es nicht: Der Springreiter Carsten-Otto Nagel hat bei der Weltmeisterschaft als Fünfter das Finale der besten vier verpasst. Damit wird es keinen deutschen Sieg geben.

Carsten-Otto Nagel auf Corradina.
Carsten-Otto Nagel auf Corradina.Foto: dpa

Der 48 Jahre alte Reiter aus Wedel scheiterte am Freitagabend in Lexington mit Corradina wegen eines Abwurfes in der ersten von zwei Runden. Das Finale der besten vier mit Pferdewechsel erreichten Philippe le Jeune aus Belgien mit Vigo, Rodrigo Pessoa (Brasilien) mit Rebozo, Eric Lamaze (Kanada) mit Hickstead und Abdullah al Sharbatly (Saudi Arabien) mit Seldana.

Der Favorit unter den vier deutschen Reiter, die zwei Abende zuvor mit der Mannschaft Gold gewonnen hatten, wirkte zerknirscht. „Am Ende kann so ein Fehler passieren“, sagte der Vize-Europameister aus Wedel: „Alles andere hat sie super gemacht.“ Seine Stute zeigte eine insgesamt starke Vorstellung, scheiterte aber in der ersten Runde in der Mitte einer Dreifachen Kombination.

„Natürlich bin ich enttäuscht, wenn man so knapp dran war“, sagte der Mannschafts-Weltmeister: „Natürlich hatte ich darauf gehofft dabei zu sein.“ Sein Pferd habe „nur eine Stange berührt - und die ist dann gefallen.“ Für zwei Reiterinnen war die WM schon nach der ersten von zwei Runden beendet. Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) und Janne- Friederike Meyer (Schenefeld) gaben am Freitag auf. Marcus Ehning (Borken) hatte doppelt Pech. Der Weltcup-Sieger aus Borken kassierte zunächst vier Strafpunkte und verletzte sich an der rechten Hand, kam nach einer strafpunktfreien Runde aber zum Abschluss auf Rang 16.

„Ich weiß nicht, wie es passiert ist“, sagte Ehning, nachdem ihn der Tierarzt Jan Hein Swagemakers notdürftig mit Eis und Verbandszeug verarztet hatte. „Ich habe es beim rausreiten gemerkt“, erklärte er.

Trotz Bänderdehnung und Bluterguss trat er auch zum zweiten Umlauf des Tages an. „In der letzten Runde hat er gezeigt, dass er es kann“, sagte Ehning über Plot Blue. Nach vier Umläufen mit je vier Strafpunkten blieb Ehning mit dem Hengst ausgerechnet im angeschlagenen Zustand fehlerfrei.

Michaels-Beerbaum gab auf nach einer Verweigerung und einem Abwurf mit Checkmate. Dabei wäre sie fast aus dem Sattel geflogen. „Der Titel war ja schon vorher kein Thema mehr, jetzt will ich Checkmate schonen“, erklärte sie ihren Verzicht auf die zweite Runde. „Ich habe Gold und eine süße Tochter, deshalb bin ich total zufrieden“, sagte die 40-Jährige.

Nach dem Team-Gold erlebte auch Janne-Friederike Meyer einen ernüchternden Abend. „Ich kann nicht von Enttäuschung sprechen“, kommentierte die WM-Debütantin aus Schenefeld ihre Abwürfe mit Lambrasco. „Das Pferd ist schon drei richtig schwere Runden gegangen“, sagte Meyer. Zur zweiten Runde trat sie nicht mehr an: „Das ist mein einziges Toppferd, da muss ich auf die Kräfte aufpassen.“

Zuvor hatte Hannelore Brenner in der Para-Dressur die zweite Goldmedaille gewonnen. Die 47 Jahre alte Reiterin aus Wachenheim in Rheinland-Pfalz setzte sich in der Klasse Grade III mit ihrem Pferd Women of the World auch in der Kür durch. (dpa)

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