Sport : Licht aus für Dortmund

Pokal-Blamage in Braunschweig: Borussia verliert 1:2

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Braunschweig Die Mannschaften standen schon im Spielertunnel. Das Stadion in Braunschweig war seit Wochen ausverkauft. Die Partie der ersten DFB-Pokalrunde zwischen Zweitligist Eintracht und Bundesligist Borussia Dortmund konnte eigentlich beginnen. Doch dann ging das Licht aus. Spieler und Offizielle standen im Halbdunkel. Braunschweigs Manager Wolfgang Loos hoffte, „dass nicht das Gleiche passiert ist wie in Bremen“. Dort hatte sich das Eröffnungsspiel der vorigen Saison zwischen Werder und Schalke wegen eines Stromausfalls um mehr als eine Stunde verzögert.

So lange schien es gestern nicht zu dauern. Um 20.33 Uhr, acht Minuten später als geplant, konnte Schiedsrichter Peter Sippel vorerst anpfeifen. Es sollte nicht der letzte Stromausfall des Abends bleiben. Später fiel das Licht noch einmal aus. Schließlich konnte die Begegnung aber zu Ende gespielt werden. Braunschweig siegte überraschend 2:1 (1:1).

Braunschweig wurde seinem Ruf, im Pokal besonders motiviert zu sein, von Beginn an gerecht. In den vergangenen zwei Jahren hatte der Klub jeweils das Achtelfinale erreicht und dabei Kaiserslautern, Hannover und Hertha BSC aus dem Wettbewerb geworfen. Auch gegen Dortmund war die Mannschaft in der Anfangsphase gefährlicher. Erst Mitte der ersten Halbzeit kamen die Dortmunder besser ins Spiel und dadurch auch zu Torchancen. Die verdiente Führung fiel durch einen Schuss aus acht Metern von Jan Koller.

Die nächste Aufsehen erregende Szene ereignete sich nicht auf dem Feld, sondern im Schaltraum des Stadions. Nach einer guten halben Stunde Spielzeit ging das Licht abermals aus. Die Techniker in den Katakomben arbeiteten hektisch an dem Problem. Und nach einer Viertelstunde Unterbrechung konnte das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt werden – allerdings nur mit einer Art Notbeleuchtung. Die Zwangspause hatte Braunschweig gut getan. Kurz vor der Halbzeit erzielte Jürgen Rische das 1:1. Die Dortmunder hatten den 34-Jährigen im Strafraum dabei aber völlig frei zum Kopfball kommen lassen.

Auch in der zweiten Hälfte hatten die Dortmunder gewaltige Probleme, das Spiel unter Kontrolle zu bekommen. Der Zweitligist spielte unter den Anfeuerungsrufen der 22 200 begeisterten Fans an der Hamburger Straße mutig nach vorne. Der eingewechselte Lars Fuchs hätte nach einem Konter fast die Führung erzielt, doch sein Außenristschuss ging knapp am rechten Pfosten vorbei. Wenig später war die Überraschung dann doch perfekt. Kapitän Daniel Graf traf fünf Minuten vor dem Ende zum 2:1-Siegtreffer.

Den Braunschweiger Sieg konnte auch die Technik nicht mehr verhindern. Das Licht blieb an. Eintracht-Trainer Michael Krüger hatte die Dunkelheit schon in der ersten Halbzeit für ein Plädoyer an das Braunschweiger Rathaus genutzt. „Vielleicht ist das ein Zeichen, dass die Stadt mal ein neues Stadion bauen soll.“ Tsp

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