Sport : Lichtblick im Katastrophenwinter

Zu Österreichern dürfte der deutsche Skirennfahrer Max Rauffer spätestens seit dem vergangenen Wochenende ein ambivalentes Verhältnis pflegen. Auf der einen Seite fahren ihm die Söhne der Ski-Nation in den Weltcuprennen eigentlich immer davon, auf der anderen Seite verdankt Rauffer gerade dieser Überlegenheit seine späte Qualifikation für die Olympischen Spiele. "Natürlich stört es mich, wenn so viele Österreicher vor mir sind", sagte Rauffer, "aber mir sind sie allemal lieber als andere Fahrer." Das gilt für den Samstag, als er beim Super-G von Garmisch-Partenkirchen einen 17. Platz belegte, der intern vom Deutschen Skiverband (DSV) aufgrund einer Sonderregelung wie ein dreizehnter Rang gewertet wurde. Acht Österreicher hatten sich vor ihm platziert, doch weil nur vier Skifahrer des Team Austria in Salt Lake City starten dürfen, erlaubt es die Qualifizierungsnorm, vier Starter einer derart überlegenen Nation aus der Wertung zu nehmen. Weil Rauffer am nächsten Tag noch auf Rang 15 fuhr, erfüllte er die Norm im letzten Rennen.

Rauffers kuriose Qualifikation bei letztmöglicher Gelegenheit passt zur Saison der deutschen Ski-Herren. Eigentlich hatte die Misere schon mit der Verletzung des Weltmeisterschaftsdritten Florian Eckert in der Vorbereitungsphase begonnen. In der vergangenen Woche meldete sich Stefan Stankalla verletzt, und Slalomspezialist Alois Vogel verpasste die letzte Möglichkeit zur Olympiaqualifikation. Markus Eberle gelang dies zwar, Medaillenkandidat ist er freilich auch nicht. Der deutsche Abfahrtstrainer Hans Flatscher spricht von einem Katastrophenwinter: "Daran kann nicht einmal eine Medaille in Salt Lake City etwas ändern."

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