Sport : Lichterfelder Basketballer haben "die Erlaubnis"

Dietmar Wenck

Sie wollen es wirklich. "Wir haben die Erlaubnis", sagt Sven Schultze. Das sei zu Saisonbeginn schon so besprochen worden. "Wir gehen Richtung erste Liga", pflichtet der Trainer Emir Mutapcic seinem Spieler bei. "Ja klar heißt das Ziel jetzt Aufstieg", ergänzt Manager Carsten Kerner. Seit 1995 haben die Basketballer des TuS Lichterfelde mit einer Ausnahme (1998) jedes Mal ans Tor zur höchsten Spielklasse geklopft, doch stets unterstellte man den Berlinern, sie wollten oder dürften ja nicht aufsteigen. Der Grund: TuS Lichterfelde ist Kooperationspartner des Deutschen Meisters Alba Berlin. Der bezahlt den Cheftrainer, einen großen Teil der Spieler und hat neuerdings denselben Manager. 1995 war das Team sogar qualifiziert, verzichtete aber auf den Aufstieg. Doch inzwischen haben sich die Verhältnisse geändert.

"Man kann nicht aufhalten, was sich sportlich entwickelt", hat sich Albas Cheftrainer Svetislav Pesic zu dem Thema geäußert. Inzwischen sind die jungen Spieler, die per Doppellizenz für TuSLi und Alba antreten dürfen, keine Lehrlinge mehr. Obwohl sie keinen Ausländer im Team haben wie alle anderen Zweitligisten, verlieren sie nur noch selten. "Hundertprozentig haben wir das Potenzial für die 1. Liga", glaubt Mutapcic. Weiterhin soll die Kooperation mit Alba im Vordergrund stehen, aber auf höherem Niveau. "Sollten wir wirklich aufsteigen", sagt Kotrainer Andreas Martin, "wollen wir nicht der Konkurrent von Alba werden. Aber vielleicht kann man noch mehr Talente anlocken, wenn es zwei Erstligisten gibt."

"Berlin kann zwei Basketball-Bundesligisten vertragen", glaubt Mutapcic. Dass die Mannschaft mit größtem Einsatz um ihre Chance kämpft, zeigte sich im letzten Spiel der so genannten Aufstiegsrunde in Rhöndorf, wo nur ein Sieg half, aber vier Berliner Spieler mit fünf Fouls alsbald zum Zuschauen gezwungen waren. Dennoch gewann TuSLi 104:95. In der abschließenden Qualifikationsrunde sind die Gegner der Bundesliga-13. SSV Ulm und der Erste der 2. Bundesliga Süd, der noch nicht feststeht. Nur einer steigt auf. "Jetzt können die Jungs beweisen, dass sie das Format haben", sagt Kerner. Und wo wollen sie im Falle des Aufstiegs lieber spielen? Bei Alba oder bei TuSLi? "Erst mal aufsteigen, dann sehen wir weiter", sagt Robert Maras, auch einer der Spieler mit Doppellizenz. Kerner will sich über die Besetzung erst Gedanken machen, wenn "die Situation eingetreten ist".

Die Talente gehen dem Klub jedenfalls nicht so schnell aus.TuS Lichterfelde war seit 1990 sechs Mal Deutscher A-Jugendmeister. Auch in diesem Jahr ist er der große Favorit.

0 Kommentare

Neuester Kommentar