Sport : Lieber ehrlich scheitern

Peter Lohmeyer über ein Wunder von Lissabon

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Ob es heute ein „Wunder von Lissabon“ gibt? Ein richtiges Wunder wäre doch, wenn Podolski, Hinkel und Co. spielen würden. Bis zur WM 2006 sind es schließlich nur noch zwei Jahre. Aber beim Deutschen FußballBund setzt man nie konsequent auf etwas. Nicht auf Veränderung und schon gar nicht auf Risiko. Alle würden sich freuen, wenn die Jungen schon bei der EM Erfahrung sammeln könnten. Lassen wir lieber einen 18- oder 19-Jährigen, den wir alle mögen, ehrlich scheitern.

Um ein Held zu sein, gehört sowieso mehr dazu, als irgendwie weiterzukommen. Größe entsteht vor allem in der Niederlage. Doch das haben die Deutschen auch nicht sonderlich gut drauf. Seien wir ehrlich, die Deutschen kommen nur noch weiter, wenn die anderen Teams Probleme haben.

Ich weiß wirklich nicht, was in den deutschen Spielern vorgeht, warum sie ihre Leistung nicht abrufen. Ballack verkörpert die typisch deutsche Suche nach Autorität. Vielleicht wird er zu viel gebauchpinselt, vielleicht ist er wirklich überfordert. Und wie sich Kahn verhält, ist für mich als Fußball-Fan nicht mehr zu orten. Er strahlt ständig Lustlosigkeit aus. Er vermittelt mir nichts. Er soll es doch lassen, wenn er keinen Spaß am Fußball hat. Und diese Abschläge, die sollte man ihm wirklich verbieten. Ich würde gerne Hildebrand im Tor sehen.

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