Sport : Lieber länger

Höhne geht über 50 Kilometer auf Platz fünf

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So schnell war er noch nie. Nach dem 14. Platz über 20 Kilometer verbesserte André Höhne über 50 Kilometer seine persönliche...DPA

Erst gestern hatte sich André Höhne endgültig entschieden. Nach der Enttäuschung über die 20 Kilometer Gehen zum Auftakt der WM am Samstag, als er sich eine Medaille erhofft hatte und nach dem schwierigen Rennen in der Mittagshitze völlig abgekämpft nur auf dem 14. Platz gelandet war, wollte er es sich noch offenhalten, ob er auch über die längere Distanz antreten würde. Letztlich war es diese Enttäuschung, die den Berliner dazu antrieb, hier in seiner Stadt, noch einmal auf die Straße zu gehen. „Ich wusste, dass ich mehr drauf habe“, sagte er. Also trat er auch zum 50 Kilometer-Rennen an und wurde belohnt: In 3:43:19 Stunden wurde André Höhne Fünfter.

Die Gelegenheit, vor dieser Kulisse noch einmal auf die Strecke zu gehen, wollte sich Höhne dann doch nicht entgehen lassen. 55 000 Zuschauer kamen am Freitagvormittag an die Strecke, die am Brandenburger Tor begann und endete. „Unglaublich – ich habe alles ausgereizt, mehr war absolut nicht drin“, sagte Höhne, der unmittelbar nach dem Rennen mit einem riesigen Eisbeutel auf dem Kopf noch etwas Mühe hatte, sich auf den wackligen Beinen zu halten. „Hier in Berlin so weit vorn zu sein, ist für mich das Größte.“

Rund fünf Minuten vor Höhne kam bereits der Sieger in Ziel: Der Russe Sergej Kirdjapkin stellte mit 3:38:35 eine neue Weltjahresbestleistung auf und holte Gold vor dem Norweger Trond Nymark und dem 39-jährigen Spanier Jesus Angel Garcia, der bereits 1993 in Stuttgart den WM-Titel gewonnen hatte.

Auch Höhne gehört mit 31 Jahren nicht mehr zu den Jüngsten. In diesem Weltmeisterschaftsrennen half ihm seine ganze Erfahrung, denn er hielt seine Rennaufteilung exzellent ein. Höhne begann auf Rang 19 und arbeitete sich in einer bemerkenswerten Aufholjagd Schritt für Schritt nach vorne. Und lief somit das Rennen seines Lebens: Knapp sechs Sekunden unter seiner persönlichen Bestleistung blieb André Höhne – und das bei zahlreichen Pfützen auf der Strecke und obwohl der Berliner nach zwei Roten Karten wegen technischer Fehler am Ende aufpassen musste, dass er nicht noch einmal Rot sah und disqualifiziert wurde.

Doch die Qual zahlte sich am Ende aus. „Jetzt sind die 50 Kilometer wohl meine neue Lieblingsstrecke“, sagte André Höhne grinsend.amy/dpa

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