Sport : Lieberam wusste vorher von seiner Entlassung

Matthias Koch

Berlin - An der Weihnachtsfeier des Fußball-Oberligaklubs 1. FC Union am gestrigen Sonnabend nahm Trainer Frank Lieberam nicht mehr teil. 24 Stunden nach seiner Entlassung war die Enttäuschung einfach zu groß. Sein knappes Jahr als Trainer der Köpenicker, in das der Abstieg aus der Regionalliga und etliche Enttäuschungen in der Oberliga fielen, verlief insgesamt mehr als unglücklich. Am Ende konnten den 42-Jährigen auch zwei Siege in der Meisterschaft und der 4:1-Erfolg über den SV Yesilyurt im Achtelfinale des Berliner Landespokals am Freitagabend nicht mehr retten.

„Inoffiziell wusste ich es schon vor dem Pokalspiel“, sagt Lieberam. Unmittelbar danach suchte Lieberam das Gespräch mit Dirk Zingler. Der Präsident wollte seinen leitenden sportlichen Angestellten eigentlich erst am Sonnabend über seine Entlassung unterrichten. Lieberam zog jedoch freiwillig einen vorzeitigen Abgang vor und verabschiedete sich direkt nach dem Spiel bei den überraschten Spielern. „Ich muss mir nichts vorwerfen“, sagt Frank Lieberam. „Die Mannschaft hat in den letzten Wochen Gesicht gezeigt.“

Präsident Zingler forderte dagegen: „Wir brauchen mehr sportliche Kompetenz. Die Mannschaft ist erst bei 70 bis 80 Prozent angelangt.“ Der neue Trainer, den Union am Dienstag vorstellen will, „verfügt über Erfahrung und Erfolge in höherklassigen Ligen“, verrät Zingler. Dass es sich dabei um den früheren Union-Trainer Georgi Wassilew handelt, wollte Zingler weder bestätigen noch dementieren.

Die von Lieberam geforderten Offensivakteure Maurice Jacobsen und Salvatore Rogoli vom Berliner AK 07 wird der Neue jedenfalls wohl nicht als Antrittsgeschenk erhalten. Teammanager Christian Beeck: „Mit dieser Forderung hat Frank Lieberam sich, mich und den Verein unter Druck gesetzt und sich so in eine öffentliche Diskussion hineingeredet.“

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