Liebesgrüße aus Sotschi (10) : Kekse gegen Kilos

Hier erzählt unser Olympia-Korrespondent Claus Vetter täglich Geschichten aus Sotschi. Diesmal nimmt er das kulinarische Angebot unter die Lupe - und macht dabei eine interessante Entdeckung.

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Unser Olympia-Reporter Claus Vetter.
Unser Olympia-Reporter Claus Vetter.Foto: promo

Das kulinarische Angebot in der olympischen Blase von Sotschi ist nicht eben üppig – finden viele meiner Kollegen. Es gebe zu wenig Restaurants und Supermärkte in der Umgebung des olympischen Parks und im olympischen Bergdorf Krasnaja Poljana, monieren einige von ihnen. Es gibt unter Journalisten bereits einen Wettbewerb: Wer schafft es, wie lange nicht bei der bekanntesten amerikanischen Fastfood-Kette vorbeizuschauen? Viele halten nur maximal einen Tag durch.

Eine Kollegin vom Fernsehen erzählte mir, dass sie angesichts mangelhafter Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme immer vier von den mitgebrachten Keksen esse, bevor sie zu Bett gehe. Aber der Nebeneffekt sei prima. Sie habe schon etliche Kilo abgenommen. Traurig, die armen hungernden Journalisten, denke ich. Hungern sich durch die Olympischen Spiele. Aber sie sind ja auch zum Arbeiten da und nicht zum Essen. Klar, ich habe auch abgenommen, was mich angesichts des üppig guten Frühstücksbuffets in meinem Hotel allerdings stark wundert. Da gibt es wirklich alles auf hohem Niveau. Erstaunlich sogar, dass ich da nicht zunehme.

Bei besagter amerikanischer Fastfood-Kette war ich auch nur einmal. Schmeckte wie immer. Und bei mir an der Gondelbahn zum Hotel gibt es sogar ein schönes russisches Lokal, das „Kazan“. 15 Kellner, sechs Gäste und I-Pads mit Speisekarte. Nicht eben günstig, aber gut und freundlich. Ein Kellner sagte mir auf Deutsch zum Abschied: „Die letzten deutschen Gäste habe ich hier im November bedient.“ Kein Wunder, die essen lieber Burger, sage ich im Scherz. „Grüßen Sie mir die Angela Merkel, vielleicht hat sie ja mal Lust, vorbeizukommen.“

Mach ich, die wohnt ja gleich bei mir um die Ecke in Berlin und geht gerne mal was Gutes essen. Glaube ich jedenfalls.

Der ganz alltägliche Olympia-Wahnsinn in Bildern
Tanz in den Mai? Die Temperaturen fühlen sich zumindest so an.Weitere Bilder anzeigen
1 von 43Foto: Claus Vetter
17.02.2014 14:22Tanz in den Mai? Die Temperaturen fühlen sich zumindest so an.

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