• LIEBLINGSSPIELER von Mathias Klappenbach: LIEBLINGSSPIELER von Mathias Klappenbach

LIEBLINGSSPIELER von Mathias Klappenbach : LIEBLINGSSPIELER von Mathias Klappenbach

Arturo Vidal wälzt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, springt plötzlich wieder auf und: lächelt. Fußball und Theatralik machen ihm Spaß. Es war wieder einer dieser Zweikämpfe, in die er reingegangen ist, um sich den Ball zu erstochern. Der Plagegeist aller Gegenspieler will den Ball unbedingt, in jedem dritten Spiel sieht er Gelb und steht ab und zu vor Rot. Der 23-Jährige spielt hart, aber anders als etwa Bayerns Mark van Bommel nie unfair. Dabei werden in den Imagegeschichten über ihn oft Stereotypen benutzt. Vidal kommt aus einem Slum in Santiago de Chile, der Klub Colo Colo soll den damals 13-Jährigen auch deshalb in sein Internat geholt haben, damit er sich regelmäßig ernähren konnte. Aber Vidal kann viel mehr als nur grätschen. Der Mann, mit dem jedes Fußballspiel an Intensität gewinnt, war schon ein mehrdimensionaler Spieler, als er 2007 zu Bayer Leverkusen kam. Vidal etablierte sich gleich in der Stammelf, seitdem ist seine Bedeutung gewachsen. Wie für Chiles Nationalelf, die bei der WM mit ihrem aggressiven Pressing beeindruckte. Wichtigster Spieler war der in der Heimat „Krieger“ genannte Vidal, der gleichzeitig im Mittelfeld attackierte und nebenbei linker Verteidiger war. Er stürmt auch in der Bundesliga von allen Positionen mit hohem Tempo nach vorne, initiiert dank bester Technik Spielzüge mit den Mitspielern und behält den Überblick. Derzeit muss er vor allem Bayers schwächelnde Defensive stabilisieren. Als Michael Ballack nach Leverkusen zurückkam, hat er Vidal den Ball bei einem Elfmeter weggenommen. Seinen Platz im Team wird der Feuerspucker aber nicht abgeben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar