Ligapokal : FC Bayern siegt im Elfmeterkrimi

Der FC Bayern München steht im Endspiel des Ligapokals. Die Bayern waren im Halbfinale gegen Schalke 04 im Elfmeterschießen die nervenstärkere Mannschaft.

München - Die Bayern setzten sich in der heimischen Allianz Arena mit 4:1 (0:0) nach Elfmeterschießen gegen Titelverteidiger FC Schalke 04 durch. Vor rund 40.000 Zuschauern präsentierten sich die Bayern nervenstärker. Mehmet Scholl, Owen Hargreaves, Roque Santa Cruz und Willy Sagnol brachten den Ball im Tor unter. Auf Schalker Seite traf nur Peter Lövenkrands. Im Finale trifft der fünffache Ligapokal-Sieger am Samstag im Leipziger Zentralstadion auf Werder Bremen, das sich am Dienstagabend mit 1:0 gegen den Hamburger SV durchgesetzt hatte.

Bayern-Coach Felix Magath setzte sein Verwirrspiel um den Nachfolger des zum englischen Meister FC Chelsea gewechselten Michael Ballack fort. Gegen die "Knappen" durfte sich Hargreaves auf der Position im zentralen Mittelfeld versuchen. Von den neuen Gesichtern im Münchner Kader präsentierten sich Innenverteidiger Daniel van Buyten und Angreifer Lukas Podolski in der Startelf. Verzichten musste Magath auf Stammkeeper Oliver Kahn, der es vorzog, sich mit Torwarttrainer Sepp Maier weiter auf die neue Saison vorzubereiten. Für ihn stand Michael Rensing zwischen den Pfosten.

Auf Schalker Seite schenkte Trainer Mirko Slomka den Spielern das Vertrauen, die bereits am vergangenen Samstag in der Vorrunde des Ligapokals gegen Bayer 04 Leverkusen (10:9 n.E.) in der Startelf gestanden hatten. Allerdings musste Slomka nochmals auf die gesperrten Lincoln und Kevin Kuranyi verzichten.

Leichtes Übergewicht für den FC Bayern

Bei guten äußeren Bedingungen auf dem neu ausgelegten Rasen in der Allianz Arena suchten die Gäste den schnellen Torerfolg, doch Halil Altintop wurde im letzten Moment noch entscheidend gestört (5.). Die Partie kam nur schwer in Gang. Dennoch kamen die Hausherren in der Folge zu einem leichten Übergewicht. Bastian Schweinsteiger (7.) und Philipp Lahm (8.) hatten in kurzer Abfolge die ersten Chancen. Nach exakt einer Viertelstunde setzte Schweinsteiger erstmals Podolski in Szene, doch die Aktion wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung abgepfiffen.

Nach einem Kopfball van Buytens, der knapp am Tor vorbeistrich (19.) und einem Distanzschuss von Schalkes Hamit Altintop, den Rensing klärte (24.), nahmen sich beide Teams eine Auszeit, ehe die Bayern die Schlussoffensive einläuteten. Aber auch Hasan Salihamidzic mit einem abgefälschten Distanzschuss (34.) und nochmals van Buyten mit einem Kopfball, den Schalkes Keeper Frank Rost über die Latte lenkte (34.), brachten den Ball nicht im Tor unter.

Kurz darauf stand nochmals der blasse Podolski im Mittelpunkt. Nach einem Querpass von Hargreaves war Rost bereits geschlagen, doch der 21-Jährige kam einen Schritt zu spät (41.). Direkt vor dem Halbzeitpfiff zeigten sich nochmals die Gäste. Zunächst scheiterte Peter Lövenkrands nach einem Solo aus elf Metern an Rensing, kurz darauf wurde ein Schuss aus Nahdistanz von Halil Altintop auf der Linie abgeblockt.

Viele Chancen, keine Tore

Nach dem Seitenwechsel setzte sich die offensive Gangart beider Mannschaften fort. Es dauerte aber mehr als eine Viertelstunde bis zu den ersten klaren Chancen. Zunächst bekamen die Schalker den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum, aber letztlich wurde der Schuss des eingewechselten Andreas Ottl zur Ecke gelenkt (62.). Auf der anderen Seite traf Zlatan Bajramovic aus der Distanz nur die Latte (64.). Die letzten Großchancen vergaben Roy Makaay, der knapp am Tor vorbeiköpfte (87.) und Lövenkrands, der frei vor Rensing am Keeper scheiterte (89.).

Im Elfmeterschießen hatte der Gastgeber die besseren Schützen. Scholl, Hargreaves, Santa Cruz und Sagnol, der Kahn als Kapitän vertrat, verwandelten sicher. Bei den "Knappen" fehlte anders als gegen Leverkusen die Zielgenauigkeit. Sebastian Boenisch scheiterte an Rensing und Mathias Abel verschoss. Nur Lövenkrands traf.

Nach verhaltenem Beginn boten beide Teams den Zuschauern ein unterhaltsames Fußballspiel mit zahlreichen Chancen auf beiden Seiten. Dabei war beiden Mannschaften aber vor allem im Defensivverhalten die noch nicht abgeschlossene Vorbereitung anzumerken. Die Bayern hatten zusätzlich noch die Strapazen eines Kurztrips nach Japan zu einem Freundschaftsspiel gegen die Urawa Red Diamonds am Montag (0:1) in den Knochen. Aufgrund eines Chancenübergewichts verdienten sich die Münchner den Sieg. Hargreaves bot sich Magath zudem als ernstzunehmender Ballack-Nachfolger an. Dabei interpretierte der englische Nationalspieler die Rolle anders und wich mit großem Laufpensum häufig auf die Flügel aus. (tso/ddp)

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